Vierow: Ein Kran hebt im Hafen das Modell einer Anlage mit schwimmende Windräder ins Wasser. (Luftaufnahme mit einer Drohne) Die Testanlage wird im Greifswalder Bodden verankert. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Positive Bilanz: Schwimmende Windkraftanlage funktioniert

Stand: 03.11.2020 06:32 Uhr

"Nezzy²" hat die Erwartungen erfüllt. Das hat die Testphase im Greifswalder Bodden gezeigt. Sogar der Sturmflut Mitte Oktober hat sie getrotzt und stabil im Wasser gelegen.

Das Doppelwindrad namens "Nezzy²" liegt etwa 650 Meter vor dem Hafen Vierow bei Brünzow mit Leinen am Meeresboden verankert. Dort hat sich die Anlage bewährt. Die Testphase hätte bewiesen, dass das verkleinerte Modell funktioniert, heißt es von den Betreibern. Nun soll es in Originalgröße getestet werden. Das soll voraussichtlich - nach Auswertung aller Daten - Ende 2021, Anfang 2022 vor der Küste Chinas passieren.

Erste Anlage ihrer Art - mit Vorteilen

Später soll die Anlage eine Leistung von insgesamt 15 Megawatt haben. Ihr Vorteil: Schwimmende Windkraftanlagen können auch in Meeresgebieten mit Tiefen von mehr als 50 Metern eingesetzt werden. Also auch dort, wo stationäre Windräder nicht mehr gebaut werden können. 50 Meter Wassertiefe - dieses Maß gilt als Maximum beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen mit feststehenden, im Meeresboden verankerten Fundamenten.

VIDEO: "Nezzy" im Greifswalder Bodden (2 Min)

Vom Baggersee in den Bodden in die Welt

Die neue Offshore-Technik stammt vom Energieversorger EnBW und dem norddeutschen Ingenieurunternehmen aerodyn engineering. Die Anlage im Maßstab 1:10 besteht aus zwei Windrädern auf einer schwimmenden Plattform aus Betonfertigteilen. Sie war vor ihrem Einsatz im Bodden drei Monate lang in einem Baggersee bei Bremerhaven getestet worden. Nun geht es vor der Küste Chinas weiter - dann in Originalgröße.

Stralsunder Firma arbeitete an ähnlichem Projekt

Ganz neu ist die Idee schwimmender Windkraftanlagen nicht: Bereits 2014 arbeitete eine Stralsunder Firma an einen ähnlichen Projekt, das aber auf Eis gelegt wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.11.2020 | 06:32 Uhr

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