Stand: 12.03.2020 17:05 Uhr

Polizisten wegen Körperverletzung angeklagt

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Polizisten © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein
Die angeklagten Polizisten sollen einen 18-Jährigen verletzt haben. (Symbolbild)

Zwei Polizisten aus Wismar müssen sich wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt vor Gericht verantworten. Die beiden sollen im Sommer vergangenen Jahres in der Hansestadt einen 18-Jährigen geschlagen und verletzt haben. Der Vorfall ereignete sich der Anklage zufolge Anfang Juli 2019 vor dem Polizeihauptrevier Wismar.

Polizisten meinten Verdächtigen erkannt zu haben

Demnach gingen die 32 und 34 Jahre alten Beamten damals auf den jungen Mann zu, den sie offenbar für einen Verdächtigen in einem Ermittlungsverfahren hielten. Der 18-Jährige soll sich missverständlich geäußert haben, es kam zu einem Handgemenge. Dabei sollen die beiden Polizisten den Mann mit Gewalt zu Boden geworfen haben. Anschließend drückten sie seinen Kopf aufs Pflaster und legten ihm Handschellen an.

Staatsanwaltschaft hält Verurteilung für wahrscheinlich

Im Nachhinein geschah das ohne erkennbaren Grund und ohne die Personalien festgestellt zu haben. Der Mann erstattete Anzeige, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Sie hat die beiden Beamten jetzt angeklagt. Die Ermittler gehen von einem hinreichenden Tatverdacht aus und halten eine Verurteilung für wahrscheinlich.

Mögliche Strafe: Bis zu fünf Jahre Haft

Anfang April beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Wismar. Die Staatsanwaltschaft verwies auf Anfrage des NDR an das Gericht. Dieses wollte sich ebenfalls nicht zu dem Fall äußern, bestätigte aber den Verhandlungstermin gegen die Beamten. Das Innenministerium teilte auf Anfrage mit, gegen beide sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das bis zum Abschluss des Prozesses ruhe. Auf Körperverletzung im Amt steht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.03.2020 | 06:00 Uhr

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