Stand: 29.01.2019 16:05 Uhr

Politisch motivierte Straftaten in MV gehen zurück

In Mecklenburg-Vorpommern ist die politisch motivierte Kriminalität im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte, sank die Zahl der Vorfälle auf 1.256. Im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 1.417 Fällen ist damit ein deutlicher Rückgang um 161 Delikte zu verzeichnen. Dem Ministerium zufolge ist die Statistik noch vorläufig, es seien womöglich noch nicht alle Straftaten erfasst.

Rechts motivierte Taten machen Großteil der Fälle aus

Mit 891 Fällen stellen rechts motivierte Straftaten weiterhin einen Großteil der Fälle. 235 Fälle ordneten die Ermittler dem linken Spektrum zu. Religiös oder ausländisch motiviert waren nur wenige Taten. 687 der Straftaten aller Richtungen sind dabei Propagandadelikte. Darunter fallen das Schmieren von Naziparolen oder Hakenkreuzen oder Veröffentlichungen im Internet. Gerade dort sind laut Ministerium 2018 deutlich weniger Straftaten erfasst worden.

Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität in MV 2018

zurück
1/4
vor

Antisemitische Straftaten nehmen zu

Spürbar erhöht hat sich den Angaben zufolge die Zahl der antisemitischen Straftaten: 54 Fälle registrierten die Behörden 2018 (44 in 2017). Zudem stellten die Behörden 37 Angriffe auf Parteibüros fest. 2017 waren es 31; 2016 nur 11. Hauptangriffsziel im vergangenen Jahr waren demnach Büros der AfD (28 Fälle). Auffällig hoch war demnach auch die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte. Neun Fälle hielt die Polizei fest; 2017 waren es vier.

Zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Gewalttaten im Zuge von politisch motivierter Kriminalität. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mit 95 politisch motivierten Gewaltdelikten 17 Fälle weniger als 2017 (112) registriert. Die endgültige Statistik wird für April 2019 erwartet.

Politisch motivierte Kriminalität (PMK)

Der politisch motivierten Kriminalität (PMK) werden unter anderem Straftaten zugeordnet, die:
1. den demokratischen Willensbildungsprozess beeinflussen sollen,
2. sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung richten,
3. durch Anwendung von Gewalt auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden,
4. sich gegen eine Person richten wegen ihrer politischen Haltung, Einstellung oder Engagements, Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sexuellen Orientierung,
5. einen Tatbestand eines Staatsschutzdeliktes erfüllt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.01.2019 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:48
Nordmagazin