Der Davidstern ist im sechseckigen Fenster der Schweriner Synagoge zu sehen. © dpa Foto: Jens Büttner/dpa

Pogromnacht-Gedenken wegen Corona in kleineren Andachten

Stand: 09.11.2020 18:16 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie mussten dieses Jahr zahlreiche traditionelle Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht von 1938 abgesagt werden. Stattdessen gab es kleinere Andachten.

In Mecklenburg-Vorpommern ist am Montag an die Pogromnacht von 1938 erinnert worden. Ob in Greifswald, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin - Vertreter von Politik und Gesellschaft sowie der beiden Jüdischen Gemeinden in Schwerin und in Rostock wollten vor allem mit kleineren Andachten an die Ereignisse von vor 82 Jahren erinnern. Damals zündeten die Nationalsozialisten unter anderem die Synagogen von Anklam, Güstrow und Rostock an. Auch in Pasewalk, Stralsund und Schwerin wurden die Gotteshäuser zerstört.

Kleine Gedenkveranstaltungen in ganz MV

Die Europaschule in Rövershagen bei Rostock zeigte zur Pogromnacht eine Ausstellung mit dem Titel "Opfer der Shoah". Eine Schüler-AG mit Mädchen und Jungen der siebten bis zwölften Klassen bereitete sie vor. In Parchim gab es eine Kranzniederlegung. In der Rosenstraße stand hier bis 1938 die Synagoge. Sie ist in jener Nacht von den Nationalsozialisten zerstört worden. Auch in Neubrandenburg am Synagogenplatz wurden in stillem Gedenken Kränze niedergelegt.

Landesrabbiner sprach über Antisemitismus der Gegenwart

Landesrabbiner Yuriy Kadnykov erwähnte mit Blick auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle im vergangenen Jahr und den Terroranschlag im jüdischen Viertel von Wien vor einer Woche, wie wichtig es nach wie vor sei, sich gegen Antisemitismus und Fremdenhass zu stellen. Im Gespräch mit NDR 1 Radio MV hob der 45-Jährige zugleich hervor, dass beide Jüdischen Gemeinden hierzulande anerkannt seien und heute mehr Mitglieder hätten als vor Beginn des Nationalsozialismus 1933.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 09.11.2020 | 19:00 Uhr

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