Stand: 25.04.2020 08:58 Uhr

Pendler demonstrieren an deutsch-polnischer Grenze

Demonstrierende stehen an der deutsch-polnischen Grenze mit Schildern in der Hand auf  Kreidemarkierungen. © ndr.de Foto: Christopher Niemann
Der nötige Sicherheitsabstand der Demonstrierenden sollte mit Kreidemarkierungen auf der Straße sichergestellt werden.

Etwa 200 Menschen haben am Freitagabend lautstark am deutsch - polnischen Grenzübergang Linken (Landkreis Vorpommern-Greifswald) für die Öffnung der Grenze für Berufspendler demonstriert. Polen hatte angeordnet, dass auch Berufspendler nach der Einreise zwei Wochen in Quarantäne müssen.

Rigorose Einreisepolitik trennt seit Wochen Familien

Katarzyna Werth vom Deutsch-Polnischen Verein für Kultur und Integration aus Pasewalk sagte in ihrer Rede, dass viele ihrer Landsleute durch die rigorose Einreisepolitik in ihrer Existenz bedroht seien. Sie wohnen auf der deutschen Seite in der Euroregion Pomerania, können aber nicht zu ihren Arbeitsstätten oder ihren Familien auf polnischer Seite fahren, hieß es. Auch umgekehrt haben den Angaben zufolge zum Beispiel polnische Ärzte und Pfleger aus den Kliniken in Pasewalk, Ueckermünde, Karlsburg und Greifswald seit sechs Wochen ihre Familien nicht gesehen.

Polnische Grenze bis Anfang Mai geschlossen

Nach Angaben der Stabsstelle für Öffentlichkeit der Bundespolizei soll die polnische Grenze vorerst bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Als Teil des Maßnahmenpakets der polnischen Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist die Einreise nach Polen für Menschen aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen seit Mitte März nur an bewachten Grenzübergängen möglich. Die Polizei führt dort Kontrollen durch. Ob die Grenzkontrollen verlängert werden, sei offen, hieß es nun.

"Bleibe-Prämie" vorerst bis Anfang Mai

Mit Stand von vergangener Woche hatten laut Wirtschaftsministerium etwa 470 Pendler das Tagegeld der Landesregierung in Höhe von 65 Euro angenommen, mit dem die Politik Arbeitskräfte im Land halten will. Die Unterstützung ist bislang bis zum 4. Mai zugesichert. Anschließend müsse nach Angaben des parlamentarischen Vorpommern-Staatssekretärs Patrick Dahlemann (SPD) neu geprüft werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.04.2020 | 12:00 Uhr

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