Stand: 13.11.2019 19:48 Uhr

Parlament bringt Landarzt-Gesetz auf den Weg

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Mit der Studienplatz-Quote für angehende Landärzte können auch junge Menschen studieren, die keinen perfekten Abitur-Durchschnitt haben.

Der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern hat das sogenannte Landarzt-Gesetz einstimmig auf den Weg gebracht. Dem Entwurf zufolge soll es spätestens in zwei Jahren eine Studienplatz-Quote für junge Menschen geben, die später als Hausärzte auf dem Land praktizieren wollen. Pro Jahr könnten so 32 Medizin-Studienplätze vergeben werden. Voraussetzung ist, dass sich Bewerber verpflichten, mindestens zehn Jahre lang in einer Hausarzt-Praxis in einer ländlichen Region zu arbeiten, in der es zu wenig Ärzte gibt. Der Gesetzentwurf wird jetzt in den entsprechenden Ausschüssen beraten.

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Nach Aussage von Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) könnten auf diese Weise auch junge Menschen studieren, die zwar kein Abitur mit einem Schnitt von 1,0 haben, aber nachweisen können, dass sie gut für den Beruf geeignet sind. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Julian Barlen, erklärte, besonders "Landeskinder" bekämen so mehr Chancen.

Auch Opposition befürwortet Studienplatz-Quote

Auch die Landtagsopposition sah die Studienplatz-Quote positiv. Allerdings müssten ländliche Regionen grundsätzlich attraktiver für Ärzte gemacht werden, sagte der AfD-Abgeordnete Gunter Jess. Der Linken-Gesundheitsexperte Torsten Koplin erklärte, die Quote komme zu spät. Das Problem des Ärztemangels sei seit mindestens zehn Jahren bekannt.

Viele Hausärzte gehen bald in den Ruhestand

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung etwa 1.200 Hausärztinnen und Hausärzte. Diese Tätigkeit dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben Allgemeinmediziner, Internisten und Kinderärzte ausüben. 35 Prozent dieser Hausärzte sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.11.2019 | 20:00 Uhr

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