Stand: 15.11.2019 12:55 Uhr

Ostseefischer in MV erleichtert über Bundeshilfen

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Für 2020 werden vier Millionen Euro Unterstützung für die Ostseefischerei eingeplant, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg. (Archivbild)

Die Bundesregierung hat Hilfen für die Ostseefischer angekündigt. Im Haushalt für das kommenden Jahr sind rund vier Millionen Euro eingeplant. Die Regierung will damit auf die Absenkung der Fangquoten durch die Europäische Union reagieren. Die EU-Fischereiminister hatten die Fangmengen für Dorsch in der westlichen Ostsee im kommenden Jahr um 60 Prozent gesenkt, für Hering sogar um 65 Prozent. Nach Angaben des haushaltspolitischen Sprechers der Unions-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg, steht die Branche vor einer Strukturkrise. Die Regierung werde helfen - möglicherweise kofinanziert durch die EU. Das werde noch verhandelt.

Kutter- und Küstenfischer-Verband erfreut

Der Verband der Kutter- und Küstenfischer im Nordosten reagierte erfreut. Verbands-Vize Michael Schütt sagte zu NDR 1 Radio MV, das sei ein gutes Signal, die Verluste würden dadurch etwas abgefedert. Nun könnten auch einige Fischer darüber nachdenken, einzelne Boote stillzulegen und dafür eine Prämie zu bekommen. Seinen Angaben zufolge gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 200 Ostsee-Fischer im Haupterwerb, weitere 100 im Nebenerwerb.

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Die drastische Senkung der Fangquoten in der Ostsee stößt in Mecklenburg-Vorpommern auf breite Kritik. Berufsfischer fürchten um ihre Existenz, Umweltschützern geht die Regelung nicht weit genug. mehr

Klimawandel und Überfischung gefährden Bestände

Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock, hatte nach der Verkündung der neuen Fangqouten erklärt, er sehe den Klimawandel und die Erwärmung der Ostsee maßgeblich als Ursache für die rückläufige Entwicklung der Heringspopulation. Beim Dorsch in der westlichen Ostsee lägen die Gründe jedoch anders. "Der wurde jahrelang kräftig überfischt", so Zimmermann. Das geltende Fangverbot für Dorsche aus der östlichen Ostsee reiche nicht aus. "Der Dorschbestand erholt sich nicht, selbst wenn man die Fischerei für die nächsten fünf Jahre schließt." Die jetzige Situation sei eine "Chance zur notwendigen Gesundschrumpfung", um künftig nachhaltig mit der natürlichen Ressource Ostseefisch umzugehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.11.2019 | 13:00 Uhr

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