Stand: 10.06.2019 13:13 Uhr

Ostsee vor Sassnitz: Taucher bergen Geisternetze

Fischer ziehen Geisternetze aus der Ostsee auf den Fischkutter © DPA-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Geisternetze seien meistens abgerissen, ohne dass ein Fischer das überhaupt bemerkt, so die Stiftung. (Archivbild)

Herrenlose Fischernetze, sogenannte Geisternetze, treiben auch in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern. Sie stellen eine Gefahr für Fische, Seevögel und Meeressäuger da. Vor Sassnitz auf der Insel Rügen will die Niederländische Stiftung Ghost Fishing Foundation solche Geisternetze in einer dreitägigen Aktion bergen.

An gesunkenen Fischkuttern verfangen

Vor Sassnitz liegen drei gesunkene Fischkutter am Meeresgrund. An ihnen haben sich besonders viele der herrenlosen Netze verfangen. Sechs Taucher sollen in täglich zwei Tauchgängen die Geisternetze von den Wracks losschneiden. Anschließend wird der Meeresmüll mithilfe großer luftgefüllter Ballons an die Wasseroberfläche gebracht, wo Helfer ihn einsammeln und abtransportieren.

Zehn Prozent aller Fischbestände sterben in Geisternetzen

Die Ghost Fishing Foundation wurde von ehrenamtlichen Tauchern ins Leben gerufen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Meere von dieser ganz speziellen Art des Mülls zu befreien. Die Netze seien meistens abgerissen, ohne dass ein Fischer das überhaupt bemerkt, so die Stiftung. Manchmal werden sie aber auch illegal entsorgt. Die Ghost Fishing Foundation geht davon aus, dass rund zehn Prozent der weltweiten Fischbestände in solchen Geisternetzen sterben. Damit würden sinnlos Ressourcen vernichtet. Deshalb kontrollieren die Taucher auch jedes geborgene Netz auf Tiere, die noch zu retten sind.

Hoffen auf deutschen Ableger der Stiftung

Die Stiftung hofft, dass sich bald eine Deutsche Gruppe der Ghost Fishing Foundation bildet, die von regionalen Tauchern unterstützt wird. Die heimischen Unterwassersportler kennen ihre Tauchreviere besser und wissen, wo überall Geisternetze zu finden sind. Die Stiftung versucht auch, Fischer für ihre Idee zu gewinnen. In den Niederlanden nehmen Fischer mittlerweile die Netze mit, die sie im Meer treiben sehen, und geben sie bei der Stiftung ab. Eine Sprecherin sagte, der Schutz der Meere funktioniere nur Hand in Hand mit den Fischern. Reiche Fischbestände sind schließlich deren Lebensgrundlage.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.06.2019 | 13:00 Uhr

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