Stand: 03.03.2020 11:49 Uhr

Olympia-Traum eines Boxers nach Schlägerei wohl geplatzt

Der Boxer Abdulrahman Abu-Lubdeh © Picture Alliance Foto: Martin Rickett
Der Olympia-Traum des Berliner Boxers Abdulrahman Abu-Lubdeh ist nach einer Schlägerei in Schwerin geplatzt. (Archivbild)

Eine Schlägerei auf dem Marienplatz in Schwerin könnte den Berliner Boxer Abdulrahman Abu-Lubdeh aus dem Deutschland-Kader die Olympia-Teilnahme kosten. Der 26-jährige Halbschwergewichtler mit arabischen Wurzeln gastierte Mitte Februar wegen eines Trainingsaufenthalts am Olympiastützpunkt in der Landeshauptstadt. Eines Abends geriet er laut Polizei am Marienplatz mit drei Syrern in Streit. Laut Polizei-Protokoll sollen diese den Boxer als "Scheiß-Deutschen" und "Nazi" beschimpft haben. Abu Lubdeh trug nämlich seine Trainingsjacke mit einem Deutschland-Aufdruck.

Boxer bricht sich die Hand

Der Streit wuchs zu einer handfesten Prügelei zwischen dem Boxer und einem der Syrer aus. Dabei brach sich Abu-Lubdeh die Hand. Beide Männer erstatteten jeweils Anzeige. Die beiden anderen Beteiligten waren beim Eintreffen der Polizei bereits geflüchtet. Ermittelt wird nun sowohl gegen Abu-Lubdeh als auch gegen den Syrer, weil nicht klar sei, wer von den Männern die Prügelei angefangen habe, so die Polizei.

Syrer ist vorbestraft und mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten

Zwar liegen Videoaufnahmen der Schlägerei vor, aber daraus geht offenbar nicht eindeutig hervor, wer von den Männern als Erster zugeschlagen hat. Am Schweriner Marienplatz war es in der Vergangenheit immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit syrischen und deutschen Beteiligten gekommen. Daraufhin wurden dort Überwachungskameras installiert. Die Polizeiakte Abu-Lubdehs ist laut Polizei sauber. Anders sieht es hingegen bei dem Syrer aus. Er ist bereits vorbestraft und seine Polizei-Akte ist seit vier Jahren gut gefüllt. Der Syrer saß auch schon ein dreiviertel Jahr wegen Körperverletzung in Jugendarrest.

Abu Lubdeh verpasst Olympia-Qualifikationsturnier

Abu-Lubdeh fällt nach Angaben des Sportdirektors des Deutschen Boxsport-Verbands, Michael Müller, wegen seiner gebrochenen Hand für die nächsten sechs bis acht Wochen definitiv aus. Eigentlich hatte der Boxer geplant, sich Mitte März bei einem europäischen Boxturnier in London für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren. Daraus wird nun nichts - ebenso wohl auch nicht aus Abu-Lubdehs erster Teilnahme bei Olympia.

Weitere Informationen
Der Marienplatz in Schwerin © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

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NDR 1 Radio MV | 03.03.2020 | 12:00 Uhr

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