Stand: 17.09.2020 11:40 Uhr

Ökobetriebe laden zur 13. Bio-Landpartie

Von Franziska Drewes, NDR 1 Radio MV

Biolandwirt Heiko Gluth aus Schimm auf der Weide zusammen mit seinen Angusrindern. © NDR Foto: Franziska Drewes
Heiko Gluths Angusrinder bleiben das ganze Jahr über auf der Weide.

Zahlreiche Biohöfe und Ökobetriebe in allen Regionen Mecklenburg-Vorpommernsöffnen an diesem Sonnabend zwischen 10 und 17 Uhr ihre Tore für neugierige Besucher. Denn der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) lädt ein zur 13. Bio-Landpartie. Die Hofführungen und -Besichtigungen findet zumeist draußen statt, trotzdem gelten wegen der Corona-Pandemie verschärfte Hygieneregeln. Sollte etwa ein Sicherheitsabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden können, muss eine Mund-Nasen-Maske getragen werden.

Familienbetrieb züchtet Angusrinder

In diesem Jahr wird die Bio-Landpartie auf dem bäuerlichen Familienbetrieb "Biofleisch Gluth" in Schimm bei Wismar eröffnet, wo Heiko Gluth Angusrinder züchtet. Jeden Morgen kontrolliert der 39-jährige die Herde, zu der derzeit 50 Tiere gehören: "Wir haben hier viele Moorwiesen und Bäume ringsherum. Da kann immer mal ein Baum runterkommen und den Zaun beschädigen." Seine Bullen, Mutterkühe und Kälber leben das ganze Jahr über draußen. Sie fressen das, was auf der Weide wächst, im Winter das von Gluth geerntete Heu. "Wir sollten den Tieren ein angenehmes Leben wie möglich gewährleisten. Die Tiere brauchen uns nicht. Aber wir brauchen die Tiere, weil wir sie essen wollen. Und dementsprechend sollten wir sie behandeln, füttern und auch betreuen."

Vom Kfz-Meister zum Biolandwirt

Heiko Gluth hat einst als Kfz- Meister gearbeitet. Vor fünf Jahren übernahm er den Betrieb "Biofleisch Gluth" von seinem Vater übernommen und drückte noch einmal die Schulbank. Nun ist er auch staatlich geprüfter Wirtschafter mit Fachrichtung Landwirtschaft. "Mein Herz ist 'bio'. Ich lebe 'bio'. Schon mein Großvater war in der Landwirtschaft tätig. Ich habe es quasi im Blut. Das ist schon eine Herzenserfüllung.“ Heiko Gluth darf seine Angusrinder dank einer speziellen Genehmigung direkt auf der Weide schlachten. So umgeht er lange Transportwege zum Schlachthof und Stress für seine Tiere. Das Fleisch vermarktet er selbst, meist an Stammkunden, die direkt zum Hof nach Schimm kommen.

Gespräche mit dem Verbraucher

Während der Bio-Landpartie bietet Heiko Gluth beispielsweise Hofführungen an. Seine Tiere können auf der Weide besucht werden, Kinder dürfen die Rinder streicheln. Und der Landwirt erzählt, wie seine Tiere auf der Weide geschlachtet werden. Der 39-jährige hofft, dass er mit vielen Verbrauchern ins Gespräch kommt, vor allem über die ökologische Landwirtschaft. "Ich finde es immer sehr schade, dass Bio den Ruf hat, nur teuer zu sein. Die Qualität ist aber auch besser. Leider ist Fleisch zu einem Massenprodukt geworden." Früher habe es nur sonntags einen Braten gegeben, erzählt Heiko Gluth weiter, heute sei es normal, jeden Tag Fleisch zu essen. Auch die Satower Mosterei wird sich am Sonnabend auf Gluths Hof präsentieren. Wer mag, kann seine eigenen Äpfel zum Entsaften mitbringen. Ein Landtechniker stellt Landmaschinen aus, ein Imker zeigt, wie Honig entsteht und die Schimmer Landfrauen backen Kuchen.

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Biolandwirt Heiko Gluth aus Schimm auf der Weide zusammen mit seinen Angusrindern. © NDR Foto: Franziska Drewes

54 Betriebe nehmen an der Bio-Landpartie teil

Von 10 - 17 Uhr können Neugierige am 19. September die Bauernhöfe in allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns besuchen. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.09.2020 | 06:00 Uhr

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