Stand: 08.12.2017 10:36 Uhr

Jagdunfall: Todesursache war Wildschwein-Angriff

Der Jäger, der am vergangenen Sonntag bei einer Treibjagd ums Leben gekommen ist, starb an den Folgen eines Wildschwein-Angriffs. Wie ein Polizeisprecher am Freitag in Anklam mitteilte, starb der 50-Jährige laut Obduktion an den "Folgen stumpfer Gewalt". Der Mann sei von hinten am Bein getroffen worden. Dadurch sei eine größere Schlagader verletzt worden; der Mann sei schließlich verblutet, hieß es. Der Vorfall hatte sich am Sonntag unweit von Neuenkirchen bei Greifswald ereignet. Dort hatte der aus der Region stammende Waidmann mit acht weiteren Jägern und vier Treibern zusammen gejagt. Die Staatsanwaltschaft Stralsund hatte die Obduktion am Montag angeordnet, um die genauen Umstände des Unfalls zu klären.

Jäger bei der Arbeit

Tödlicher Jagdunfall mit Wildschwein

Nordmagazin -

Bei einer Treibjagd nördlich von Greifswald ist ein 50 Jahre alter Jäger von einem Wildschwein angegriffen und verletzt worden. Die Verletzung war so schwer, dass er starb.

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Dem angeschossenen Keiler ins Schilf gefolgt

Der Jäger war nach einem Schuss dem vermutlich angeschossenen Wildschwein in einen Schilfgürtel am Bodden gefolgt. Nach ersten Ermittlungen habe der Keiler den Jäger am Oberschenkel so verletzt, dass dieser stürzte, viel Blut verlor und auch noch unter Wasser geraten sein soll. Ein Treiber soll nach der Attacke noch schnell zu Hilfe geeilt sein. Als der Rettungshubschrauber eintraf, sei der Mann schon ohne Bewusstsein gewesen, hieß es weiter. Wiederbelebungsversuche scheiterten, der 50-Jährige starb schließlich in einem Greifswalder Krankenhaus.

Keiler soll zur Strecke gebracht werden

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen habe niemand den Keiler gesehen, der den Waidmann attackiert und tödlich verletzt haben soll. Die bisherigen Angaben kämen meist von Teilnehmern der Jagd, die aufgrund ihrer Erfahrung Schlussfolgerungen aus der Situation und der Spurenlage gezogen hatten, sagte Cloppenburg. Der Jäger soll nach einem Schuss auf das Tier allein die Nachsuche am Schilf begonnen haben. "Die Jäger werden auf jeden Fall versuchen, den Keiler zur Strecke zu bringen", sagte Ulf Peter Schwarz, der Pressesprecher des Landesjagdverbandes. Das sei auch aus Sicherheitsgründen nötig, um ähnliche Vorfälle bei Jagden zu vermeiden. Unklar sei aber, wo das Tier geblieben sei. Falls es verletzt wurde, könnte es auch irgendwo verendet sein, ohne dass es jemand findet.

Landesjagdverband: "Ein tragischer Unfall"

Schwarz bezeichnete den Vorfall vom Sonntag gegenüber NDR 1 Radio MV als "tragischen Unfall". Es gebe bei Jagden immer ein gewisses Restrisiko, aber "generell ist es so, dass die Schwarzkittel vor dem Menschen Angst haben." Aber dennoch könnten insbesondere Keiler - zumal angeschossene - Menschen durchaus gefährlich werden. Allerdings seien solche Vorfälle wie der jüngst geschehene "absolute Einzelfälle".

Schwerster Vorfall mit Wildschweinen in MV seit Langem

"Der Vorfall zeigt, wie wehrhaft Wildschweine sind", sagte der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim. Einen ähnlich tragischen Angriff eines Wildschweins auf einen Menschen habe es im Nordosten seit Jahrzehnten nicht gegeben, hieß es vom Landesjagdverband. Die Behörden und der Jagdverband empfehlen, besonders verstärkte Schutzhosen zu tragen und auch den Suchhunden Schutzwesten anzulegen.

Das Agrarministerium in Schwerin hat Jäger erst kürzlich zum verstärkten Abschuss von Schwarzwild aufgefordert, um so das Risiko des Einschleppens der Afrikanischen Schweinepest aus Osteuropa zu verringern. In Mecklenburg-Vorpommern hatte es am Wochenende mehrere größere Jagden gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.12.2017 | 09:00 Uhr

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