Nordländer planen gemeinsame Wasserstoffstrategie

Stand: 24.06.2021 19:39 Uhr

Wasserstoff-, Solar- und Windenergie: Norddeutschland sei die Kompetenzregion für erneuerbare Energien. Das haben die norddeutschen Regierungschefs auf ihrer Konferenz in Laage bei Rostock betont.

von Melanie Jaster, NDR 1 Radio MV

Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg wollen in den kommenden Jahren vermehrt auf erneuerbare Energien setzen - mit Fokus auf eine Wasserstoffstrategie. So sollen auch die regionale Wirtschaft gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen werden. "Wir sind uns einig, dass die Wasserstoffenergie das Potenzial hat, Norddeutschland als Industriestandort weiterzuentwickeln", lautete das Fazit von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Die Strategie solle außerdem eine klimafreundliche beziehungsweise klimaneutrale Industrie ermöglichen.

Innenstädte und Tourismus stärken

Die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze sichern und neue schaffen - das wollen die norddeutschen Regierungen gemeinsam schaffen. Ein gemeinsames Industriekonzept sieht außerdem vor, die norddeutschen Innenstädte, das Gesundheitssystem und die Tourismusbranche vermehrt zu unterstützen. "Eine starke Sommersaison reicht nicht aus, um die wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie auszugleichen", sagte Schwesig. Das gemeinsame Ziel sei deshalb die "Wiederbelebung der Innenstädte". Generell sei es das Ziel, die Zusammenarbeit der norddeutschen Bundesländer weiter auszubauen und zu stärken. "Wir sind vielleicht nicht so laut wie einige Kollegen aus dem Süden, aber wir sind sehr schlagkräftig", betonte Schwesig.

Kritik von Unternehmern

Den norddeutschen Industrie- und Handelskammern reicht die angestrebte Kooperation der Länder noch nicht aus. "Wir sehen uns mit einem wirtschaftlichen Süd-Nord-Gefälle in Deutschland konfrontiert", mahnte der Vorsitzende der IHK Nord, Norbert Aust. Der Vorsitzende des Unternehmerkuratoriums Nord, Lars Schwarz, ergänzte: "Trotz einzelner Erfolge ist noch kein flächendeckender Aufholprozess erkennbar." Das habe die Corona-Krise noch einmal deutlich gemacht.

Dank an Mitarbeitende im öffentlichen Dienst

Die während der Konferenz geführten Gespräche mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Nord nutzten die Regierungschefs dafür, um sich zu bedanken. "Unser Dank gilt vor allem dem öffentlichen Dienst für ihre Arbeit zur Bekämpfung der Pandemie", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Er bedankte sich auch bei allen, die in den vergangenen Monaten ihre Arbeit niederlegen mussten.

Konferenz kommendes Jahr in Schleswig-Holstein

Die fünf norddeutschen Bundesländer entwickeln und koordinieren einmal pro Jahr in der Konferenz Norddeutschland gemeinsame Interessen und Ziele. Das soll unter anderem eine effiziente Interessenvertretung gegenüber dem Bund, der Europäischen Union und dem Ostseeraum ermöglichen. Der Vorsitz wechselt jedes Jahr. 2022 wird die Konferenz in Schleswig-Holstein stattfinden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.06.2021 | 18:10 Uhr

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