Sendedatum: 15.05.2019 19:30 Uhr

Norddeutscher Ernährungsgipfel berät Onlinevertrieb

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Der Onlineversand als weiterer Vertriebsweg in der Lebensmittelbranche hat im Nordosten noch Seltenheitswert.

Zum 3. Norddeutschen Ernährungsgipfel werden heute 250 Teilnehmer in Warnemünde erwartet. Ein wichtiges Thema ist die Schwierigkeit beim Onlinehandel für Kleinbetriebe im Ernährungsgewerbe. Insgesamt gebe es im ganzen Land Umsatzrückgänge in der Ernährungswirtschaft. Die Umsätze seien insgesamt um 5,9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zurückgegangen, so Tobias Blömer, Vorsitzender des Agrarmarketing-Vereins MV.

Problem: Sinkende Preise im Lebensmittelhandel

Viele Betriebe im Nordosten haben im vergangenen Jahr ihren Handel einstellen müssen, so Blömer. Ein Grund dafür seien die stetig sinkenden Preise im Lebensmittelhandel. Dem könne man jedoch durch den Verkauf im Internet entgegenwirken, so könnten Betriebe ihre Zukunft sichern. Die Mehrheit der Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern scheut diesen Vertriebsweg allerdings bislang. Mit einem Anteil von 3,5 Prozent ist der Onlinehandel der umsatzschwächste Vertriebsweg von Nahrungsmitteln aus dem Land, hat eine aktuelle Herstellerumfrage in den norddeutschen Ländern ergeben.

Onlinevertrieb in MV noch "Neuland"

Bekleidung, Elektronik, Bücher online bestellen, all das ist im Nordosten kein Problem. Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern im Netz zu ordern ist jedoch bedeutend schwieriger. Die Probleme seien vielfältig, sagt Hanka Mittelstädt, Vorsitzende des Verbandes zur Förderung des Ländlichen Raums im benachbarten Brandenburg. Der Vertrieb sei aufwendig, zu teuer, und auch der Versand der Lebensmittel gestaltet sich schwierig. Außerdem fehle es an Unterstützung seitens der Politik, so Mittelstädt. In Brandenburg und Berlin fallen die Antworten auf die Umfrage positiver aus. Dort würden die kleinen Unternehmen jedoch direkt gefördert, so Mittelstädt. Insbesondere die jungen Menschen in Berlin und Brandenburg seien außerdem onlineaffiner.

Ein Stand beim Ernährungsgipgel in Warnemünde

Ernährungsgipfel in Warnemünde

Nordmagazin -

Vom eigenen Hofladen können kleine Erzeuger nicht leben. Deshalb ist der Themenschwerpunkt des Ernährungsgipfels in Warnemünde der Online-Handel als neuer Absatzmarkt.

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Logistik und hohe Auflagen hemmen Versandhandel

In Mecklenburg-Vorpommern fällt es offenbar schwerer Interessenten zu finden. Die Auflagen für den Lebensmittelonline-Handel sind selbst größeren Unternehmen, wie der "Rostocker Wurst- und Schinkenspezialiäten" offenbar zu hoch. Tobias Blömer forderte auch als Vorsitzender der Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft MV die Politik auf, die deutlich höheren Auflagen für den Onlinehandel im Vergleich zum Hof-Verkauf zu reduzieren. Mittelstädt forderte mehr Informationsangebote für Interessenten.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 15.05.2019 | 19:30 Uhr

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