Nord Stream 2: USA und Deutschland legen Streit um Pipeline bei

Stand: 22.07.2021 06:50 Uhr

Deutschland und die USA haben ihren jahrelangen Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beigelegt. Damit sind offenbar auch Sanktionen gegen Unternehmen in Norddeutschland vom Tisch.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) begrüßt das Übereinkommen zur Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. "Wir stehen immer hinter dem Projekt und deshalb ist es gut, dass es jetzt eine Einigung gibt", sagte Schwesig NDR 1 Radio MV. Die Ostsee-Pipeline sei wichtig für die Energieversorgung Deutschlands und auch für Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern. "Nord Stream 2, die Ostsee-Pipeline, muss fertiggestellt werden", so Schwesig. Sie nannte auch die Energiewende als Grund: "Es ist richtig, dass wir aus Atom und Kohle aussteigen und auf erneuerbare Energien setzen. Für den Übergang benötigen wir Gas." Schwesig äußerte sich auch erfreut darüber, dass die Ukraine durch die nun erzielte Übereinkunft zusätzliches Geld erhalte, um Klima- und Umweltschutz-Maßnahmen umzusetzen.

Das russische Verlegeschiff "Fortuna" verlässt am 14. Januar 2021 den Hafen Wismar. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest
AUDIO: Reaktionen auf Einigung bei Nordstream 2, NDR Info (5 Min)

Einigung nach jahrelangem Streit

Nach jahrelangem Streit um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Deutschland und den USA ist am Mittwoch eine Einigung gefunden worden. Wie eine US-Regierungsmitarbeiterin in Washington sagte, besteht die Vereinbarung unter anderem darin, dass parallel zu Nord Stream 2 die Beförderung von russischem Gas durch die Ukraine um zehn Jahre verlängert werden soll. Nord Stream 2 hatte Befürchtungen ausgelöst, dass die Ukraine und andere traditionelle Gas-Transitländer wirtschaftliche Schäden nehmen könnten. Bei der Einigung betonte US-Präsident Joe Biden gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nochmals seine Bedenken bezüglich der Pipeline. Russland dürfe diese nicht nutzen, um "die Ukraine auf irgendeine Weise zu erpressen".

USA drohten mit Sanktionen

Die USA hatten wiederholt Unternehmen, die sich am Bau der Pipeline beteiligen, mit Sanktionen gedroht. So sollte die Fertigstellung der Erdgasleitung behindert werden. Davon wären auch Firmen in Norddeutschland betroffen gewesen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte jüngst angekündigt, dass der Bau von Nord Stream 2 noch in diesem Jahr vollendet werde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 21.07.2021 | 20:00 Uhr

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