Stand: 12.08.2019 15:07 Uhr

Nord Stream 2: Zwei Teil-Trassen verbunden

Beim Bau der neuen Erdgaspipeline durch die Ostsee hat das Konsortium Nord Stream 2 einen wichtigen Lückenschluss vollzogen. Vor der Südostspitze Rügens sind nun zwei bereits im Vorjahr verlegte Leitungsstücke von knapp 30 und 40 Kilometern Länge verbunden worden. Dazu seien die jeweiligen Leitungsenden aus dem Wasser gehoben und am Verlegeschiff "Castoro 10" zusammengeschweißt worden. Die Rohre würden danach wieder auf den knapp 20 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Meeresboden abgesenkt, sagte ein Sprecher.

Durchgängige Leitung bis vor Bornholm

Im Juni vergangenen Jahres hatte die "Castoro 10" von Lubmin aus damit begonnen, einen Leitungsstrang durch den Greifswalder Bodden bis vor die Ostküste Rügens zu verlegen. Ende 2018 waren diese Arbeiten beendet worden. Parallel dazu hatte das Schiff "Audacia" an gleicher Stelle die Arbeit aufgenommen und einen neuen Doppelstrang mit Kurs in Richtung Russland verlegt. Durch den Trassenverbund entsteht eine durchgängige Leitung, die bis vor die dänische Ostseeinsel Bornholm reicht.

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Dänische Genehmigung steht aus - Bau könnte sich verzögern

Aber noch immer haben die dänischen Behörden keine Genehmigung für den Bau der Pipeline durch die Gewässer ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone südlich von Bornholm erteilt. Nord Stream 2 schließt deswegen Bauverzögerungen und Mehrkosten in Millionenhöhe nicht aus, hält aber am bisher avisierten Inbetriebnahme-Termin Ende des Jahres fest. Zudem verhandelt das Oberverwaltungsgericht Greifswald derzeit noch eine Klage zweier Umweltverbände.

Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmetern

Der neue Doppelstrang wird im wesentlichen parallel zur Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 verlegt, durch die schon seit 2011 Gas aus Russland nach Lubmin bei Greifswald fließt. Dort wird das Erdgas dann in das westeuropäische Leitungsnetz eingespeist. Den Planungen zufolge soll die neue, ebenfalls etwa 1.200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline Ende des Jahres betriebsbereit sein. Beide Gasleitungen, Nord Stream 1 und Nord Stream 2, verfügen den Angaben zufolge über eine Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmetern. Der gesamte Gasverbrauch in der EU wird mit 480 Milliarden Kubikmetern pro Jahr veranschlagt.

Viel Gegenwind für Nord Stream 2

Nord Srtream 2 ist sehr umstritten. Die USA und einige europäische Staaten kritisieren den Bau, unter anderem weil sie eine zu große Abhängigkeit von russischem Gas befürchten. Auch Länder wie Polen und die Ukraine sehen ihre Interessen verletzt. Als Transitländer verdienen sie bislang am Gastransport durch Leitungen an Land. Die EU hatte als Reaktion auf die massive Kritik im April ihre Gasrichtlinie geändert. Demnach dürfen die Produktion von Erdgas und der Betrieb der Leitung nicht in einer Hand liegen - anders als bisher bei Nord Stream 2 vorgesehen. Ein Betreiber muss Konkurrenten zudem die Nutzung der Leitung gegen Gebühr erlauben. Die Nord Stream 2 AG hatte Ende Juli gegen die Änderung der EU-Gasrichtlinie eine Nichtigkeitsklage beim Gericht der Europäischen Union eingereicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.08.2019 | 17:15 Uhr

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