Nord Stream 2: Streit mit USA soll bis August beigelegt werden

Stand: 23.06.2021 17:56 Uhr

Die USA und Deutschland wollen ihren Streit um die Gas-Pipeline Nord Stream 2 möglichst bis August beilegen. Doch die USA sehen das Pipeline-Projekt nach wie vor äußerst kritisch.

"Das ist ein Thema, bei dem wir uns nicht einig sind", sagte US-Außenminister Antony Blinken nach einem Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) in Berlin. Durch die Pipeline werde "potenziell die Sicherheit der Ukraine und auch anderer Länder der Region untergraben". Blinkte sagte, dass das milliardenschwere Projekt beim Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden fast fertig gebaut gewesen sei. "Wir versuchen nun, etwas Positives zu gewinnen aus einer schwierigen Situation, die wir geerbt haben."

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Das Rohr-Verlegeschiff "Fortuna" im Dezember 2020 auf dem Weg aus dem Hafen von Wismar in die Ostsee. © NDR Foto: Christoph Woest

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Maas: Nach Lösungen suchen, die auch für Washington akzeptabel sind

Es gehe darum, "dass Russland Energie nicht als Waffe benutzt gegen die Ukraine oder jemand anderes in Europa", so der US-Außenminister weiter. Maas betonte, dass Deutschland nach Lösungen suche, die auch in Washington mitgetragen werden könnten. Dazu würden derzeit "eine Vielzahl von Ansätzen" diskutiert. Maas erklärte, er hoffe auf Fortschritte bis zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Biden am 15. Juli. Ohnehin stünden in den USA im August die nächsten Sanktions-Entscheidungen zu Nord Stream 2 an. "Deshalb ist unser Anspruch, bis dahin zu akzeptablen Ergebnissen für alle Seiten zu kommen."

Blinken bekräftigt wille zur Zusammenarbeit

Blinken war am Mittwochmorgen in Berlin eingetroffen, es war sein erster Deutschland-Besuch als US-Außenminister. Es sei eine "Zeit enormer Veränderungen auf der ganzen Welt - positive und negative", so Blinken. "Die beste Art diese zu bewältigen, ist durch Zusammenarbeit." Dies solle sich auch bei internationalen Konfliktthemen wie der Ukraine, dem Umgang mit China und auch Libyen zeigen. Beide Seiten sicherten der Ukraine ihre Unterstützung im Konflikt mit Moskau zu: "Deutschland und die Vereinigten Staaten werden weiterhin zusammenstehen gegen gefährliche und provokative Aktivitäten Russlands, seien es Übergriffe auf das ukrainische Staatsgebiet, die Verhaftung von Alexej Nawalny oder die Verbreitung von Desinformationen in unseren Demokratien", sagte Blinken. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 23.06.2021 | 13:00 Uhr

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