Stand: 30.10.2019 15:16 Uhr

Nord Stream 2: Dänemark genehmigt Pipeline-Bau

Die dänische Energiebehörde hat die Genehmigung für den Bau der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland erteilt. Nach Angaben der dänischen Energieverwaltung vom Mittwoch darf ein 147 Kilometer langer Teil der Leitung südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Die Behörde sei zu dem Schluss gekommen, dass dieser Streckenverlauf zwei anderen diskutierten Routen vorzuziehen sei.

Strömt bis Jahresende schon das erste Gas?

Die Zustimmung aus Dänemark war die letzte noch ausstehende Genehmigung für den 1.200 Kilometer langen Leitungsbau von Russland ins vorpommersche Lubmin. Die Nord Stream 2 AG hatte mehr als eineinhalb Jahre auf den Bescheid gewartet. Die dänische Behörde habe nicht der Wunschroute, sondern einer um acht Kilometer längeren Route durch die Ausschließliche Wirtschaftszone zugestimmt, sagte ein Unternehmenssprecher. Nord Stream 2 hoffe, dass zum Jahresende das erste russische Gas durch die Leitung strömt. "Wir arbeiten hart daran, das Projekt in den kommenden Monaten abzuschließen", sagte Sprecher Steffen Ebert.

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Großteil der Rohre bereits verlegt

Die Behörden in Russland, Finnland, Schweden und Deutschland hatten bereits zuvor grünes Licht für das Projekt gegeben. Ungeachtet des bis zuletzt fehlenden Votums aus Dänemark hatte Nord Stream 2 bereits mit dem Verlegen der Pipeline-Rohre begonnen. Ebert zufolge sind mehr als 2.100 Kilometer des Pipeline-Doppelstrangs verlegt worden. In russischen, finnischen und schwedischen Gewässern seien die Arbeiten vollständig, in deutschen Gewässern größtenteils abgeschlossen. Der Bau beider Anlandestationen in Russland und in Lubmin stehe kurz vor dem Abschluss.

Umstrittenes Projekt

Das Projekt ist umstritten, weil es die strategische und wirtschaftliche Bedeutung alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer wie der Ukraine weiter schwächen könnte. Kritiker führen zudem an, Deutschland und Europa machten sich zu sehr von russischem Gas abhängig. Das Nord-Stream-2-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5-Milliarden-Euro-Projekts aufbringt. Zu den Beteiligten gehören die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall. Jährlich sollen 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Rohre nach Deutschland fließen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.10.2019 | 15:00 Uhr

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