Stand: 08.06.2020 06:40 Uhr

Noch kein Plan für abgebrochenes Windrad

Neben dem Turm einer Windkraftanlage bei Wismar liegt ein Windradflügel auf einem Feld. Im Hintergrund sind zwei weitere Windräder zu sehen. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest
Der abgestürzte Flügel ist etwa 20 Meter neben der Straße aufgeschlagen.

In Stofferstorf bei Wismar liegt ein Windradflügel am Boden - seit inzwischen mehr als 100 Tagen. Abgebrochen ist er Ende Februar von einem Windrad. Die beschädigte Spitze eines zweiten Flügels flattert permanent im Wind. Der Bereich nahe einer Straße ist mit Flatterband abgesperrt, rund um die Uhr steht jemand vom Wachschutz da und passt auf. Ob und wann die Anlage repariert wird, ist unklar.

Hersteller wartet auf Abschluss der Untersuchung

Laut Hersteller Enercon dauert die Ursachenanalyse durch einen Sachverständigen, der im Auftrag des Betreibers beziehungsweise dessen Versicherung arbeitet, noch an. Da eine Vielzahl von Untersuchungen nötig seien, sei es nicht unüblich, dass sich die Untersuchung über mehrere Wochen hinzieht. Die Corona-Krise habe für weitere Verzögerungen gesorgt. Sobald der Betreiber der Anlage die Reparatur in Auftrag gibt, will Enercon mit der Bergung und Instandsetzung anfangen.

Behörde will Wartungsprotokolle prüfen

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg ist die für die Überwachung der Entsorgung des abgebrochenen Flügels zuständige Behörde. Ende Mai lag dort noch kein Zeitplan für die Reparatur des Windrads vor. Man habe den Betreiber aber aufgefordert, einen Plan für die Räumung sowie die Wartungsprotokolle der Anlage vorzulegen, sagte ein Behördensprecher.

Keine Einnahmen, zusätzliche Kosten

Die Anlage Typ E-66/18.70 wurde im Jahr 2001 in Betrieb genommen. Normalerweise kann die 1,8-Megawatt-Turbine jährlich Strom im Wert von mehreren Hunderttausend Euro erzeugen. Jetzt häuft sie neben den Verlusten für den fehlenden Strom auch Kosten für Absicherung des Gefahrenbreichs an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Frühaufsteher | 08.06.2020 | 06:10 Uhr

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