Stand: 23.06.2020 10:51 Uhr

Night of Light: Veranstalter tauchen Gebäude in rotes Licht

Mit der Aktion "Night of Light" hat die deutsche Veranstaltungswirtschaft auch an zahlreichen Orten in Mecklenburg-Vorpommern auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für ihre Branche aufmerksam gemacht. Zahlreiche Gebäude wurden rot angestrahlt. Nach Angaben der Veranstalter waren bundesweit mehr als 8.000 Gebäude oder Plätze angestrahlt. Tausende Firmen und 200 Städte hatten sich beteiligt.

"Umsatzausfälle führen zu Pleitewelle"

"Die Not in der Branche ist, wegen der nahezu vollständigen Absage aller Events, groß", sagte der Rostocker Veranstaltungstechniker Stefan Schmidt im Vorfeld. Auch er nahm an der Aktion teil. Die Umsatzausfälle führen laut Schmidt zu einer Pleitewelle. Der Betätigungsbereich von Veranstaltungstechnikern sei riesig. Sie verleihen Technik, stellen Personal für den Bühnenbau zur Verfügung oder tragen zur Organisation von Festivals bei.

Auch Clubs und Livespielstätten rot angestrahlt

Neben dem Neuen Markt in Rostock wurden in Mecklenburg-Vorpommern auch zahlreiche Clubs und Livespielstätten rot beleuchtet. Auch das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin und touristische Hotspots wie die Seebrücke im Seebad Ahlbeck auf der Insel Usedom waren in rotes Licht getaucht. An der Aktion beteiligte sich auch die Naturbühne in Ralswiek auf Rügen. Dort finden normalerweise die Störtebeker Festspiele statt, die im vergangenen Jahr rund 333.000 Besucher anzogen hatten.

Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten

Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste sind wegen der Corona-Pandemie noch bis mindestens Ende Oktober verboten, es gibt allerdings Ausnahmen. Das Verbot gilt nur für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung der Hygieneregelungen nicht möglich sind. Lassen sich diese Vorgaben einhalten, dann wäre eine Großveranstaltung theoretisch schon am 1. September möglich.

Madsen: "Verbot ist das falsche Signal"

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sicherte der Aktion seine Unterstützung zu und forderte, Perspektiven für die seit Anfang März danieder liegende Veranstaltungsbranche zu entwickeln. "Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober nicht zu gestatten, ist das falsche Signal", sagte Madsen. "Wir müssen endlich wieder nach vorn gucken und auch den Schaden für unsere Gesellschaft berücksichtigen, wenn wir Teile unseres sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens aus dem Weg zurück in die Normalität ausklammern."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.06.2020 | 18:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Bei Wöbbelin brennt ein Waldstück  Foto: Ralf Drefin

Waldbrand bei Wöbbelin: Noch keine Entwarnung

Die Hoffnung auf Regen hat sich nicht erfüllt: Im Wald bei Wöbbelin müssen die Feuerwehren weiterhin wachsam sein. mehr