Stand: 14.12.2018 09:28 Uhr

Neustrelitz: Lösung im Schlosskeller-Streit

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Im abgesperrten Keller des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schlosses lagern heute Müll und historische Fliesen des alten Schlosses. (Archivbild)

Der Streit um die Sanierung des denkmalgeschützten Schlosskellers von Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ist beendet. Die Stadtvertreter stimmten am Donnerstagabend einem Kompromissvorschlag des Landes zu, wonach der Keller geräumt und mit einer speziellen Betondecke überspannt werden soll.

Widerstand gegen Sand-Verfüllung

Das Land als Eigentümer des Schlossberges wollte den Keller ursprünglich mit einem Spezialsand verfüllen lassen. Dagegen regte sich starker Widerstand, weil der Keller auf diese Weise später nicht mehr nutzbar wäre. Die Stadt möchte außerdem einen Turm errichten, der an die frühere Bebauung erinnern soll.

Brodkorb: Der Stadt einen großen Schritt entgegen gekommen

Die Einzelheiten über Finanzierung und Nutzbarkeit von Keller und Turm sollen nun in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden. Man sei der Stadt in den vergangenen Wochen einen großen Schritt entgegen gekommen, hieß es aus dem Finanzministerium. Minister Mathias Brodkorb (SPD) hatte bereits im Vorfeld bis zu sieben Millionen Euro an finanzieller Unterstützung für die Oberflächengestaltung des Areals, die Baumaßnahmen am Keller und die Errichtung eines Turmes zugesichert.

Bei Kriegsende 1945 abgebrannt

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Das Schloss galt als historisches wie kulturelles Zentrum der Stadt. (Archivbild)

Das Neustrelitzer Schloss wurde zwischen 1726 und 1731 gebaut und später erweitert. Es war Hauptresidenz der regierenden Herzöge und Großherzöge des Landesteils Mecklenburg-Strelitz. 1918 wurde das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz aufgelöst und 1933 in der NS-Herrschaft mit Mecklenburg-Schwerin zwangsvereinigt. Seitdem war das Schloss Landesmuseum und Landesbibliothek.

Schloss war kulturelles Zentrum der Stadt

Zum Kriegsende 1945 brannte das Schloss ab. Leuchtgeschosse deutscher Flugzeuge, die die anrückenden sowjetischen Panzer bekämpfen wollten, trafen das Dach und setzten es in Brand. Die Ruine des Schlosses, das Vielen als historisches und kulturelles Zentrum der Stadt galt, wurde 1949 auf Veranlassung der SED-Herrschenden gesprengt. Nur der Keller war geblieben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.12.2018 | 11:00 Uhr

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