Stand: 05.02.2019 07:11 Uhr

Neuer Prozess um Foltertod in Alt Rehse

Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Der Angeklagte steht in dem Fall bereits zum dritten Mal vor Gericht.

Der Foltertod einer jungen Frau in Alt Rehse (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) vor zweieinhalb Jahren beschäftigt erneut das Landgericht Neubrandenburg. Der Lebensgefährte des Opfers muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Es ist der dritte Prozess gegen den 53-Jährigen.

BGH ordnet neue Verhandlung an

Der Mann war 2017 zu fünf Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge verurteilt worden. Die Verteidigung legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Es sei nicht hinreichend geprüft worden, ob der Beschuldigte zur Tatzeit vermindert oder möglicherweise vollständig schuldunfähig war.

Tote bei Einsatz wegen Ruhestörung entdeckt

Der Mann aus Alt Rehse hatte die 32-Jährige aus Rheinland-Pfalz via Internet kennengelernt. Im ersten Prozess hatte er geschwiegen, aber Polizisten bereits erzählt, dass er das Opfer im Streit nackt an ein Bett gefesselt hatte. Dann habe er die Frau mit einer Peitsche misshandelt und ohne Essen und Trinken liegen gelassen, bis sie starb. Die Beamten waren von Nachbarn gerufen worden, weil der Mann nachts Trompete im Garten spielte. Dabei entdeckte die Polizei die seit einigen Wochen tote Frau im Haus.

Zweiter Prozess geplatzt

Im ersten Prozess hatte der Beschuldigte bedauert, dass er der Frau keine medizinische Hilfe geholt hatte. Der 53-Jährige sitzt seit zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Ein zweiter Prozess war im vergangenen Jahr geplatzt, weil ein Richter erkrankt war und ein anderer Richter in Ruhestand ging. Geplant sind diesmal zunächst 28 Verhandlungstage bis Juni. Ob diese reichen, ist laut Gericht aber noch nicht klar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.02.2019 | 06:30 Uhr

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