Stand: 28.07.2020 05:54 Uhr

Neue Schutzmaßnahmen gegen Starkregen in Schwerin

Autos fahren bei Starkregen durch eine tiefe Pfütze in der Werderstraße in Schwerin.
Nach Starkregenfällen kam es in Schwerin zu Überflutungen im Bereich der Werderstraße. (Archivbild)

Immer wieder kommt es in Schwerin infolge von Starkregen zu Überschwemmungen. Dann laufen Keller und Geschäfte voll Wasser. Anwohner und Ladenbesitzer verlangten von der Stadtverwaltung, dass mehr für den Schutz getan wird, besonders rund um den Pfaffenteich, wo sehr viel Regenwasser zusammenläuft. Ab August wird nun in der Schweriner Innenstadt gebaut, um zu verhindern, dass sich Regenwasser zu sehr anstaut. Deshalb sollen beispielsweise in der August-Bebel Straße neue, größere Straßenabläufe und Notüberläufe eingebaut werden. Grund: Die alten sind häufig verdreckt, von Blättern verstopft oder einfach blockiert, wenn ein Auto mit dem Rad draufsteht.

Umfangreiche Baumaßnahmen rund um den Pfaffenteich

Zudem wird auch der Bodenbelag um den Pfaffenteich ausgetauscht. Dieser soll in Zukunft mehr Wasser aufnehmen können. Bisher ist das eine ziemlich feste Schicht, auf der das Wasser einfach entlangfließt. Sand und Steine werden mitgenommen und verstopfen im schlimmsten Fall wieder den nächsten Abfluss. In den vergangenen Monaten wurden Abläufe verstärkt gereinigt. Außerdem wurden häufiger parkende Autos kontrolliert.

Keine Verzögerungen durch Corona

Zunächst mussten die zuständigen Gremien über die Höhe der verfügbaren Gelder entscheiden. Daraufhin hat die Schweriner Stadtverwaltung ein Ingenieurbüro mit einer Studie beauftragt, um zu ermitteln, welche Baumaßnahmen sinnvoll sind. Es folgten Ausschreibungen und die Abstimmung mit den städtischen Unternehmen. Die Vorbereitung dieser Maßnahmen habe entsprechend Zeit gekostet, wie der Schweriner Baudezernent Bernd Nottebaum gegenüber NDR 1 Radio MV sagte. Die Corona-Pandemie habe mit der Verzögerung nichts zu tun, so Nottebaum. Wo es möglich war wurden die Absprachen digital erledigt.

Neue Gullis und neues Entwässerungskonzept

Ziel der Baumaßnahmen ist es, Schwerin flächendeckend sicherer zu machen, wenn es zu weiteren Starkregenfällen kommt. Darum soll ein neues Entwässerungskonzept entworfen werden - dies wird aber nicht billig. Allein die Studie für die Straßen am Pfaffenteich hat rund 60.000 Euro gekostet, so Bauderzernent Nottebaum. Daher sollen für das Schweriner Gesamtkonzept bis Ende August Fördermittel vom Bund beantragt werden.

Häufung von Starkregenfällen könnte weiter zunehmen

Regengischt spritzt auf der Straße vor einem Auto in die Luft. © dpa Foto: Stefan Sauer
Mit umfangreichen Baumaßnamen will Schwerin die Stadt zukünftig gegen Starkregenfälle sicherer machen. (Archivbild)

Besonders im vergangenen August gab es heftige Starkregenfälle. An einem Tag fielen innerhalb von zwei Stunden 90 Liter pro Quadratmeter. Die Feuerwehren mussten zu mehreren Hundert Einsätzen ausrücken, um Läden, Keller und Wohnungen auszupumpen. Weitere Schäden gab es durch umgestürzte Bäume, unterspülte Gehwege und Baustellen, die komplett geflutet wurden. Es gibt zudem Befürchtungen, dass solche Überschwemmungen aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger vorkommen könnten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.07.2020 | 07:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Kinder laufen in Stralsund ins Wasser © dpa Foto: Stefan Sauer

Badewetter in MV: Warnung vor Selbstüberschätzung

Immer wieder kommt es zu Badeunfällen. Die Wasserwacht in MV warnt vor Selbstüberschätzung beim Baden. mehr