Neue Corona-Regeln gelten vorerst bis Ende Januar

Stand: 10.01.2021 18:24 Uhr

Die Landesregierung hat auf dem MV-Gipfel die neuen Corona-Regeln festgelegt. In einigen Punkten weicht Mecklenburg-Vorpommern von den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Beratungen ab.

In Mecklenburg-Vorpommern gelten vorerst bis Ende Januar neue Corona-Regeln. Die Landesregierung und Vertreter der Kommunen, der Wirtschaft und Gewerkschaften legten bei einem Spitzentreffen am Freitag die neue Corona-Landesverordnung fest. "Die Lage ist sehr ernst. Wir sehen, dass die zweite Welle vor allem durch Ostdeutschland läuft. Ich bitte Sie, bleiben Sie zu Hause und treffen Sie, wenn es geht, niemanden", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Viele der neuen Regeln waren bereits am Dienstag bei den Bund-Länder-Beratungen vereinbart worden. Bei einigen Punkten geht Mecklenburg-Vorpommern einen Sonderweg. Änderungen der Corona-Regeln für Schulen und Kitas sowie für Zusammenkünfte und die Quarantäne hat die Landesregierung inzwischen in Landesverordnungen veröffentlicht.

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Kontaktbeschränkungen: Kinder unter zwölf Jahren zählen nicht mit

Bei den Kontaktbeschränkungen dürfen sich die Personen eines Hausstands mit maximal einer weiteren Person treffen. Allerdings spielt dabei keine Rolle, wer zu wem kommt. Es ist also egal, ob eine Familie als Hausstand eine Person besucht - oder eine Person eine Familie. Kinder unter zwölf Jahren werden nicht mitgezählt. Wenn sich eine Mutter mit Kind mit einer weiteren Mutter mit Kind trifft, gehe das. Die Kontaktbeschränkungen gelten Schwesig zufolge im öffentlichen Raum und in Privatwohnungen gleichermaßen. Ursprünglich hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen darf, unabhängig vom Alter.

Ausgangssperren in Hochrisikogebieten mit Inzidenz über 200

Zudem werden Ausgangsbeschränkungen bei einem Inzidenzwert von mehr als 200 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen verhängt. In betroffenen Landkreisen darf man sich dann nur in einem Radius von 15 Kilometern um die eigene Wohnung bewegen. Es gilt die Wohnadresse und nicht die Außengrenze der Gemeinde. Zudem sollen in Hochrisikogebieten Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 6 Uhr gelten. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte setzt das vom Montag an um. Wer einen triftigen Grund hat, kann allerdings auch nach 21 Uhr auf die Straße beziehungsweise darf seinen 15-Kilometer-Radius überschreiten. Auch Kitas und Schulen werden bei einer Inzidenz von mehr als 200 geschlossen, die Notbetreuung wird eingeschränkt. Ausgenommen von den Schulschließungen sind Abschlussklassen.

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Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird zudem eine Einreisesperre verhängt. Laut Schwesig können die Einschränkungen wieder rückgängig gemacht werden, wenn sich abzeichnet, dass die 200er-Marke dauerhaft unterschritten wird. Zum Arbeiten könne man in Hochrisikokreise ein- oder von dort auspendeln, so Schwesig.

Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen

Weitere Punkte waren bereits zuvor bekannt geworden. So werden die bisher gültigen Einschränkungen ("Dezember-Lockdown") bis zum 31. Januar verlängert. Betriebskantinen werden teilweise geschlossen. Speisen und Getränke dürfen aber mitgenommen werden. Ausnahmen gelten, wenn die Kantinen für Betriebsabläufe zwingend notwendig sind. Dann sind zwingend die Distanz- und Hygieneregeln einzuhalten. Arbeitgeber werden gebeten, weiterhin großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen. Für die Alten- und Pflegeheime gelten weiterhin Schutzstandards. Es gibt eine ständige Testpflicht für Personal und Bewohner.

Abschlussklassen sollen zurück in die Schulen

Kitas und Grundschulen bis zur 6. Klasse bleiben geöffnet. Wenn möglich, sollen die Kinder aber zu Hause betreut werden. Die Betreuungszeit in den Kitas wird demnach nicht eingeschränkt. Eltern müssen ihre Kinder vorher in der Kita anmelden. Ein entsprechendes Formular können Eltern über die Homepage des Sozialministeriums oder der Kita erhalten. Die Präsenzpflicht an den Schulen ist aufgehoben. Ab Klasse 7 gibt es Distanzunterricht. Schüler der Abschlussklassen 10 und 12 und der Abschlussjahrgänge der Berufsschulen dürfen jedoch zurück in den Präsenzunterricht, damit sie sich auf ihre Prüfungen vorbereiten können. Schärfere Schul-Regeln gelten jedoch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Zusätzliche Kinderkrankentage nutzen

Elternteile sollen laut Schwesig je zehn zusätzliche Kinderkrankentage und das entsprechende Kinderkrankengeld für die Betreuung der Kinder zu Hause bekommen, für Alleinerziehende gelten 20 Tage. "Dafür muss das Kind nicht krank sein", sagte Schwesig. "Nutzen sie die Regel", appellierte sie.

Modifizierte Besuchsregel für Altenheime

Bei der Quarantäne gilt, dass Mecklenburger und Vorpommern die aus ausländischen Risikogebieten einreisen, wieder zwei Tests benötigen, um die zehntägige Isolation zu verkürzen. Den ersten bei der Einreise, den zweiten frühestens nach fünf Tagen. Eine Quarantänepflicht gibt es auch bei der Rückkehr von privaten Aufenthalten in deutschen Hochrisikogebieten (Inzidenz höher als 200) außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern - es sei denn, es war ein Besuch innerhalb der Kernfamilie.

Bei Regeln für Alten- und Pflegeheime sind in Landkreisen mit einem Inzidenzwert von unter 50 drei Besuche pro Woche möglich. Bei einer Inzidenz von mehr als 75 werden diese eingeschränkt. Bei einer Inzidenz über 100 darf maximal eine Person einmal pro Woche zu Besuch kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 09.01.2021 | 07:00 Uhr

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