Stand: 21.09.2020 15:44 Uhr

Neue Corona-Maßnahmen in MV

Bei einer jungen Frau wird mit einem digitalen Messgerät Fieber gemessen. © imago images / photothek Foto: Florian Gaertner
Fiebermess-Pilotprojekt: An ausgewählten Kitas und Schulen soll erprobt werden, ob sich Fiebermessungen als wirksam erweisen. (Archivbild)

Mit neuen Maßnahmen und Programmen will die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns das Land für den Herbst und Winter in Corona-Zeiten wappnen. Ein Winterwirtschaftsprogramm im Umfang von 100 Millionen Euro soll Betrieben mit Liquiditätsengpässen und der Veranstaltungsbranche helfen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Montagmittag nach Beratungen der Landesregierung mit Vertretern von Kommunen, der Wirtschaft und Sozialverbänden mit.

"Das Leben verlagert sich im Herbst von draußen nach drinnen"

"Mecklenburg-Vorpommern ist bisher am besten durch die Corona-Krise gekommen", sagte Schwesig. Aber zuletzt seien auch hierzulande die Infektionszahlen wieder gestiegen. In den vergangenen sieben Tagen gab es laut Schwesig 51 Neuinfektionen im Nordosten. Die Zahlen stiegen die dritte Woche in Folge. Experten berichteten von einer Altersverschiebung. "Seit den Sommerferien erkranken vor allem Jüngere." Da sich im Herbst das gesellschaftliche Leben von draußen nach drinnen verlagere, habe sich die Regierung auf ein Zehn-Punkte-Programm verständigt.

Land bereitet Impfstoff-Logistik vor

Dieses umfasst einige bereits bestehende Maßnahmen und Empfehlungen wie etwa das Abstandsgebot, das Tragen der Schutzmaske, Hygienemaßnahmen sowie die Empfehlung zur Grippeschutzimpfung für Ältere und Risikopatienten. Gleichzeitig werden die freiwilligen Corona-Tests für Beschäftigte in Schulen und Kitas bis Ende Dezember verlängert. Die Vorräte an medizinischen Schutzmaterialien sollen weiter aufgestockt werden. Das Land bereitet sich währenddessen auf die Verteilung eines Corona-Impfstoffs vor. Auch wenn derzeit nicht klar sei, wann dieser verfügbar ist, würden nun bereits die Beschaffung und die Logistik vorbereitet, dass zügig geimpft werden kann.

Freiwilliges Fiebermessen an ausgewählten Schulen und Kitas

Neu ist ein Pilotvorhaben zum Fiebermessen für Kita- und Schulkinder. Dabei soll laut Schwesig erprobt werden, inwieweit das Fiebermessen der Kinder vor dem Beginn von Kita und Schule vor der Ausbreitung des Virus schützt. Diese Maßnahme ist freiwillig und soll nicht flächendeckend, sondern an ausgewählten Schulen und Kitas eingeführt werden. Dadurch sollen Kita- und Schulschließungen vermieden werden. "Wir werden solche Geräte anschaffen, wissen aber nicht, ob sich Aufwand und Nutzen flächendeckend lohnen. Deshalb starten wir mit einer Pilotphase", so Schwesig. Ziel sei, dass pro Landkreis und kreisfreier Stadt eine Kita und eine Schule mitmachen.

100 Millionen Euro für die Wirtschaft

Der Wirtschaft will das Land mit weiteren 100 Millionen unter die Arme greifen. Dieses Geld soll im Rahmen des "Winterwirtschaftsprogramms" ausgegeben werden, mit dem insbesondere Betrieben mit Liquiditätsengpässen sowie der Veranstaltungsbranche geholfen werden soll. Laut Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) geht es auch um individuelle Hilfen für die Kulturbranche - insbesondere Live-Spielstätten. Ziel sei, die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und ihre Abmeldung vom Markt zu verhindern. Mit den bereits zugesagten 80 Millionen Euro des Bundes sollen zusätzliche Personalkapazitäten im öffentlichen Gesundheitsdienst geschaffen werden. 62 zusätzliche Stellen sind laut Glawe vorgesehen.

Zukunftsrat soll Corona-Schlussfolgerungen ziehen

Der schon länger geplante Zukunftsrat MV - ein Gremium aus 49 Experten - wird am 22. Oktober erstmals tagen. Der Rat soll Impulse für die zukünftige Entwicklung des Bundeslandes geben. "Wir wollen die Entwicklung unseres Landes ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig gestalten", so Schwesig. Dem Rat komme auch die Aufgabe zu, Schlussfolgerungen aus der Coronakrise zu ziehen. Den Vorsitz übernehmen der Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts, Henning Vöpel, und Franziska Tanneberger vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie an der Universität Greifswald.

Nächster Corona-Gipfel am 21. Oktober

Schwesig und Glawe zeigten sich zuversichtlich, dass das Bundesland gut durch die Corona-Krise komme, sofern sich die Bürger weiter an die Schutzmaßnahmen halten. Mit Blick auf Betriebs- und Weihnachtsfeiern, Laternenumzüge sowie Silvester- und Karnevalsveranstaltungen soll es möglicherweise beim nächsten Corona-Gipfel am 21. Oktober Entscheidungen geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 21.09.2020 | 14:00 Uhr

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