Stand: 01.09.2020 13:53 Uhr

Neubrandenburg: Haftstrafe nach Verfolgungsjagden und Postauto-Raub

Demoliertes Postauto in Straßengraben nach Verfolgungsjagd © Felix Gadewolz Foto: Felix Gadewolz
Die Verfolgungsjagd mit der Polizei nach dem Postauto-Raub endete erst nach 60 Kilometern in Jarmen. (Archivbild)

Ein 21-Jähriger muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das hat das Landgericht Neubrandenburg verkündet. Der Mann war in mehrere Autodiebstähle verwickelt, unter anderem entwendete er ein Postauto. Bei mehreren Verfolgungsjagden mit der Polizei kam ein Mensch ums Leben.

Beifahrer kam bei Verfolgungsjagd ums Leben

Das Gericht folgte weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte viereinhalb Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung, Diebstahls in besonders schwerem Fall und Straßenverkehrsgefährdung gefordert. Der Beschuldigte war Ende vergangenen Jahres bei Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) angetrunken mit einem Auto vor einer Polizeikontrolle geflohen und gegen einen Baum gefahren. Er hatte keinen Führerschein. Bei dem Unfall starb sein Beifahrer, ein weiterer Insasse wurde schwer verletzt.

Beschuldigter stahl später Postauto

Einige Zeit später folgte ein Angriff auf eine Postmitarbeiterin bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) mit zwei Komplizen. Dabei wurde die Frau niedergeschlagen und ihr Dienstauto gestohlen. Die Flucht des 21-Jährigen und der beiden Mittäter endete erst nach 60 Kilometern bei Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mit einem Unfall. Für die jüngeren Komplizen wurde nach Jungendstrafrecht eine Verwarnung und Arbeitsstunden sowie eine Bewährungsstrafe in Höhe von zwei Jahren und Schadenersatz festgelegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.09.2020 | 13:00 Uhr

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