Stand: 15.09.2020 14:33 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Neubrandenburg: Ermittlungen gegen Bundeswehrsoldaten dauern an

Ein Dienstgebäude des Landeskriminalamtes (LKA) von Mecklenburg-Vorpommern in Rampe bei Schwerin. © picture alliance / dpa Foto: Jens Büttner
Das LKA hat Wohn- und Geschäftsräume eines Bundeswehrsoldaten bei Neubrandenburg durchsucht.

Nach der Durchsuchung von Wohn- und Geschäftsräumen eines Bundeswehrsoldaten in Sponholz bei Neubrandenburg läuft die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände. Die Staatsanwaltschaft Rostock hatte bestätigt, dass sie gegen einen 40-jährigen Deutschen "wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" ermittelt. Der Verdächtige wurde inzwischen vom Dienst bei der Bundeswehr freigestellt.

Ermittlungen dauern noch mehrere Tage

Die Auswertung der elektronischen Medien und Urkunden laufe, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack auf NDR-Anfrage. Das Ganze werde aber noch mehrere Tage dauern. Es könne sich um bloße Stammtischparolen handeln, die der verdächtige Bundeswehrsoldat unter Freunden geäußert habe, möglicherweise aber auch um die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, die in Mails oder in Chats angekündigt wurde, so Nowack. In diesem Fall müsse eine Person konkret mit dem Tode oder dem Entzug ihrer Freiheit bedroht worden sein. Dadurch wäre laut Strafgesetzbuch die Sicherheit eines Staates oder Grundsätze seiner Verfassung gefährdet oder untergraben.

Es bestand keine unmittelbare Gefahr

Bis jetzt gelte für den 40-Jährigen aber grundsätzlich weiterhin die Unschuldsvermutung, heißt es. Es habe bisher keine unmittelbare Gefahr bestanden. Niemand sei individuell bedroht worden. Etwa 70 Beamte von Landeskriminalamt und hatten gestern drei Wohn- und Büroräume des Verdächtigen in Sponholz bei Neubrandenburg durchsucht. Ausgangpunkt waren umfangreiche Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in enger Kooperation mit dem Verfassungsschutz und anderer Strafverfolgungsbehörden, sagte eine Sprecherin des MAD in Köln.

Beschuldigter soll in Tollense-Kaserne stationiert sein

Nach Informationen des ARD-Magazins "Kontraste" handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen aktiven Bundeswehrsoldaten, der in der Tollense-Kaserne in Neubrandenburg stationiert ist. 

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NDR 1 Radio MV | 14.09.2020 | 12:00 Uhr

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