Stand: 16.02.2020 11:59 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Nationalparkamt mahnt zu Vorsicht an Steilküste

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Der jüngste Absturz hat sich an den Resten der Wissower Klinken ereignet.

Nach dem Fund eines Toten an Rügens Steilküste warnt das Nationalparkamt erneut vor dem Betreten gefährlicher Bereiche. Die Leiche des 50 bis 60 Jahre alten Mannes war am Dienstag geborgen worden - vermutlich ist er von den Wissower Klinken 100 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Identität des Mannes ist zwar noch unklar, ein Einzelfall ist sein Tod aber nicht.

Küstenabbrüche auf Rügen - die ignorierte Gefahr

Nordmagazin -

Jedes Jahr kommt es an der Steilküste von Rügen zu tödlichen Unfällen. Viele Besucher wagen sich zu nah an den Abgrund. Warnschilder werden dabei wissentlich übersehen.

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Zwei bis drei Tote pro Jahr

Rund eine Million Gäste besuchen jährlich den Nationalpark Jasmund. Die meisten von ihnen wollen die berühmten Kreidefelsen sehen. Doch immer wieder kommt es hier zu tödlichen Unfällen. Bei Ingolf Stodian, dem Leiter des Nationaparkamts Jasmund, sorgen diese Unfälle für Betroffenheit - für Verwunderung aber längst nicht mehr: "Wir haben jahrelang Totholzbarrieren aufgebaut, um deutlich zu machen: Dahinter geht kein Weg lang." Teilweise würden die Barrieren mit Kettensägen beiseite geräumt und die Besucher gingen bis an die Kante heran. "Und zwei bis drei bezahlen das jedes Jahr mit dem Leben", bilanziert Stodian.

Warnschilder abgeschraubt und entwendet

Gerade jetzt, nach tagelangem Regen und Wind, ist die Gefahr von Abbrüchen an der Steilküste besonders groß. Zahlreiche Warnschilder sollen eigentlich auf die Tücken der Steilküste hinweisen, sagt Stodian: "Im letzten Herbst wurden von Sassnitz bis hier hoch, also fast 1,5 Kilometer in den Nationalpark hinein, alle diese Schilder abgeschraubt und waren verschwunden." Nun müssen neue Schilder gekauft und von den Mitarbeitern des Nationalparkamts wieder angeschraubt werden.

Schutzzaun an der Stubbenkammer

An der Stubbenkammer mit Blick auf den Königsstuhl gibt es die meisten Besucher im Nationalpark. Die Kreidefelsen sind an dieser Stelle 100 Meter hoch und sehr steil. Seit ein paar Jahren schützt hier ein Zaun die Gäste. "Wir haben nur wenige Meter, manchmal unter einem Meter, bis zur Abbruchkante und wenn da ein Kind durchklettert, war es uns wichtig, dass wir da Sicherheit gewährleisten. Sonst mögen wir keine Zäune im Nationalpark aber hier haben wir uns 500 Meter Zaun gegönnt", erklärt Amtsleiter Stodian. Nach vielen Regenfällen rechnet sein Team in den kommenden Wochen verstärkt mit Küstenabbrüchen. Bei aller Schönheit der Natur sollten Besucher das im Hinterkopf behalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.02.2020 | 12:00 Uhr

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