Stand: 22.09.2020 18:15 Uhr

Nach dem Schulgipfel: Vorbehalte aus MV

Der Schulleiter der Max-Planck-Schule in Kiel, Jens-Peter Meißner, und Lehrerin Sabine Langenbach begrüßen Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse am ersten Schultag nach den Sommerferien. © dpa-Bildfunk Foto: Gregor Fischer
Nach wie vor werden Lehrer in MV dringend gesucht. Auch fehle weiterhin ein Programm für bauliche Maßnahmen an Schulen, kritisieren die Gewerkschaften im Land. (Archivbild)

Die Ergebnisse des Schulgipfels im Kanzleramt am Montagabend sind in Mecklenburg-Vorpommern auf Vorbehalte gestoßen. So sagte der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, zu NDR 1 Radio MV, dass er keinen wirklichen Ansatz in diesen Ergebnissen sehe. Er begrüßte zwar die Idee der neuen Dienstlaptops, diese würden aber die Probleme nicht lösen. Probleme, die es bereits vor Corona gab.

Weiterhin Lehrer dringend gesucht

Zum Beispiel gebe es noch immer einen großen Lehrermangel im Land. Außerdem fehle weiterhin ein Programm für bauliche Maßnahmen an Schulen. Und die nun beschlossenen Endgeräte seien auch nur dann sinnvoll, wenn alle Schulen und Haushalte an ein schnelles Netz angeschlossen seien. Deutliche Signale aus Berlin vermisst er.

Gewerkschaft: Politik ist zu spät dran

Maik Walm von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern sagte, die Politik sei auf allen Ebenen mit Blick auf die kommenden Monate zu spät dran. Lange bekannte Mängel bei Technik, Personal und der baulichen Situation gefährdeten die Bildung und die Gesundheit, so Malm weiter. Beide Vertreter sind skeptisch, dass die am Montag genannten Fristen zu den angekündigten Projekten überhaupt eingehalten werden, denn die seien unrealistisch.

Zehn Millionen Euro für MV

Mecklenburg-Vorpommern erhält aus dem Programm des Bundes zur Anschaffung von Dienst-Laptops für Lehrer etwa zehn Millionen Euro. Das teilte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Dienstag mit. Das Land hat rund 13.000 Lehrer. Private Computer und Laptops dürfen sie aus Gründen des Datenschutzes für ihre Arbeit nicht verwenden. Und Dienst-Laptops für Lehrkräfte sind bislang unüblich in MV. Das hatte den digitalen Unterricht während der coronabedingten Schulschließungen im Frühjahr erschwert. Der Bund finanziert bereits sogenannte mobile Endgeräte für bedürftige Schüler.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.09.2020 | 18:00 Uhr

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