Stand: 27.07.2018 17:38 Uhr

Nach Reyclinghof-Brand: Zukunft unsicher

Nach dem jüngsten Großfeuer am Dienstagabend beim Entsorger Veolia in Neu Hinrichsdorf bei Rostock ist die Zukunft des Standortes unklar. Die Müllsortier-Halle samt Technik ist zerstört, die 27 Mitarbeiter sind nach Unternehmensangaben freigestellt. Sie können sich an anderen norddeutschen Standorten bewerben und Veolia würde sie dabei etwa in Form von Weiterbildungsangeboten unterstützen, hieß es von dem Unternehmen. Vier Beschäftigte haben das Angebot bereits angenommen. Ob die betroffene Anlage am jetzigen Standort wieder aufgebaut wird, ist derzeit noch nicht entschieden.

Förderbänder verteilten brennenden Müll

Das Feuer soll in einem Schredder ausgebrochen sein, die Sortierförderbänder verteilten dann das brennende Material in der 4.000 Quadratmeter großen Halle. Den Angaben zufolge hatte sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet. Eine dunkle Rauchwolke war bis weit über das Stadtgebiet hinaus am Himmel zu sehen. Zudem waren hin und wieder kleinere Explosionen zu hören. Verletzte gab es keine. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren eine Nacht und einen Tag mit rund 20 Fahrzeugen, mehreren Drehleitern und einem Großtanklöschfahrzeug im Einsatz. Der Schaden wird auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Veolia will unterdessen den Entsorgungsvertrag mit der Hansestadt Rostock erfüllen. Der Leichtverpackungsmüll aus den gelben Tonnen wird nun in andere Sortieranlagen gefahren - allein acht davon gibt es in Mecklenburg-Vorpommern.

Stadt will Konsequenzen ziehen

Nach mehreren Feuern in diesem Sommer auf Recyclinghöfen in Rostock hat Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) Konsequenzen angekündigt. Er wolle mit Betreibern und Behörden die Brände schnell auswerten. Damit sollen einerseits weitere Brände möglichst vermieden und andererseits Lösungen gefunden werden, um die Feuer besser zu bekämpfen. Zudem sollen Alternativen gefunden werden bei der Anlieferung von "gelben Tonnen", etwa in der Form, dass der Inhalt stärker kontrolliert wird.

Erst Ende Mai hatte es gebrannt

Die Anlage in Neu Hinrichsdorf hatte bisher das gesamte Grüner-Punkt-Müllaufkommen der Stadt verarbeitet. Das Feuer ist bereits das zweite bei der Firma innerhalb weniger Wochen. Ende Mai war ein rund 1.000 Kubikmeter großer Plastikmüllhaufen in Brand geraten - möglicherweise durch Selbstentzündung. Eine Zelthalle brannte komplett ab, die rund 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten ein Übergreifen der Flammen auf eine weitere Halle mit einer Sortierungsanlage verhindern. Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt. Der Schaden war mit mehreren Hunderttausend Euro beziffert worden.

Zuletzt mehrere ähnliche Brände in der Region

Nach weiteren Bränden auf einer Deponie in Parkentin und Anfang Juli auf einer Metalldeponie im Industriegebiet Rostock-Schmarl ist dies bereits das vierte Feuer dieser Art innerhalb von knapp zwei Monaten in der Region Rostock. In Parkentin hatten Plastik und Bauschutt in einer halboffenen Lagerhalle Feuer gefangen. In Schmarl waren rund 4.000 Tonnen Schrott in Flammen aufgegangen.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es im ersten Absatz, die 27 Mitarbeiter seien entlassen. Dies stimmt nicht, sie wurden freigestellt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.07.2018 | 12:00 Uhr

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