Stand: 20.04.2020 15:34 Uhr

Nach Kritik: Telefon-Krankschreibung doch weiter möglich

Ein Mann hält beim Telefonieren eine Gesundheitskarte in der Hand. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Krankschreibungen aufgrund von Atemwegsproblemen sind in der Corona-Krise nun doch weiterhin auch per Telefon möglich. (Archivbild)

Nach massiver Kritik können sich Patienten mit Atemwegsbeschwerden nun doch wieder telefonisch von einem Arzt krank schreiben lassen. Das teilte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen (G-BA), Josef Hecken, am Montagnachmittag mit. Der Bundesausschuss, der mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt ist, werde sich im Laufe des Tages erneut mit dem Thema befassen und mit "hoher Wahrscheinlichkeit" eine Verlängerung der Regelung bis zum 4. Mai 2020 beschließen. Ärzte könnten "im Vorgriff auf diese Entscheidung" weiterhin aufgrund telefonischer Anamnese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen.

Massive Kritik von Medizinern und Verbraucherschützern

Die Dauer einer telefonischen Krankschreibung werde demnach auf eine Woche begrenzt werden und könne "bei fortdauernder Erkrankung" einmal verlängert werden. Am 20. März hatte der G-BA die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung eingeführt. Bei einer Sitzung am vergangenen Freitag war sie aber nicht mehr verlängert worden. Gesundheitspolitiker, Ärzteverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer hatten das massiv kritisiert - auch in Mecklenburg-Vorpommern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.04.2020 | 16:00 Uhr

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