Ein Flugzeug startet am Flughafen Rostock-Laage © imago stock&people Foto: Christian Schroth

NDR MV Live: Schwesig will strengere Regeln für Reiserückkehrer

Stand: 28.06.2021 18:26 Uhr

Wegen des steigenden Anteils an Corona-Infektionen mit der Delta-Variante werden verschärfte Regeln für Reiserückkehrer diskutiert. Im Gespräch ist eine doppelte Testpflicht mit einer Quarantäne. Doch vorerst bleibt alles beim Alten.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich in NDR MV Live für eine doppelte Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ausgesprochen. "Wir haben jetzt eine wirklich gute, sichere Lage. Die sollten wir nicht durch Reisen in Risikogebiete verspielen. " Es habe bereits Fälle gegeben, in denen Reiserückkehrer zunächst negativ getestet worden seien, aber dann doch Corona bekommen hätten. Deswegen seien die bestehenden Regeln, die lediglich einen Schnelltest nach der Rückkehr vorsehen, nicht ausreichend. "Ich kann die Sehnsucht nach Urlaub verstehen", sagte Schwesig. Allerdings empfehle sie, in diesem Jahr Urlaub in Deutschland zu machen - das werde sie ebenfalls machen. Die Lage vor Ort habe man besser im Blick. "Wir haben nicht in der Hand, wie es sich in anderen Ländern entwickelt."

Bund-Länder-Beratungen: Keine Veränderungen

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) haben sich Bund und Länder am späten Nachmittag darauf geeinigt, die geltende Einreiseverordnung nicht zu verändern. Nur Mecklenburg-Vorpommern habe einen konkreten Vorschlag gemacht. Diesem Vorschlag zufolge sollte ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in 7 Tagen in einer Region wieder eine fünftägige Mindestquarantäne eingeführt werden - ohne die derzeit mögliche Freitestung am ersten Tag. Nach diesen Informationen ist dem Vorschlag aber kein anderes Land gefolgt. Einen gemeinsamen Vorschlag für eine Änderung gab es demnach nicht.

Keine Verschärfungen bei Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern

Schwesig bekräftigte, dass die Regeln für Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern sich nicht ändern müssten. "Wir haben eine sehr niedrige Landesinzidenz, die niedrigste in ganz Deutschland." Es reiche daher weiterhin, wenn Urlauber ein negatives Testergebnis mitbringen. Es gehe darum, durch PCR und Quarantäne aus Risikogebieten mehr Sicherheit mitzubringen.

Lauterbach: "Der Preis für Urlaub"

Zuletzt hatten sich zahlreiche Länderchefs für Verschärfungen ausgesprochen. So forderten etwa die Regierungschefs von Niedersachsen und Hamburg, Stephan Weil und Peter Tschentscher (beide SPD), forderten eine doppelte Testpflicht. Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach plädierte für diese Verschärfung: "Das ist der Preis für den Urlaub: Wenn ich in ein Risikogebiet reise, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich danach noch ein paar Tage in Quarantäne bin, bis sichergestellt ist, dass ich mich nicht infiziert habe."

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Impf-Appell an Eltern

Mecklenburg-Vorpommerns Familienministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte an die Eltern von Schul- und Kita-Kindern, sich in den nächsten Wochen gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Eine Impfung der Eltern ist ein wirkungsvoller Schutz für ihre Kinder", sagte Drese. "Sie reduzieren damit das Risiko einer Ansteckung innerhalb der Familie deutlich." Laut jüngster Studien aus Israel und Finnland, so Drese, bieten hohe Covid-Impfraten bei Erwachsenen auch ungeimpften Kindern einen besseren Schutz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.06.2021 | 12:00 Uhr

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