Stand: 11.05.2018 09:50 Uhr

NABU will Baubeginn von Nord Stream 2 verhindern

Der Umweltverband NABU will den genehmigten Baustart für die Gaspipeline Nord Stream 2 mit einem erneuten Eilantrag verhindern. Laut Genehmigung kann die Gazprom-Tochter Nord Stream am 15. Mai mit den Bauarbeiten für die neue Gasleitung im Greifswalder Bodden beginnen. Dagegen hat der NABU beim Oberverwaltungsgericht Greifswald eine gerichtliche Zwischenverfügung im Eilverfahren beantragt, um den für Mitte Mai geplanten Baustart zu verhindern.

Erste Klage im Eilverfahren bereits im Februar

Bereits im Februar hatte der NABU Klage und einen Eilantrag gegen den Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes Stralsund eingereicht. Der nun erneut gestellte Antrag soll das Gericht bis zum 15. Mai zu einer Entscheidung über einen sofortigen Baustopp bewegen.

Baustart könnte Schutzgebiete unwiederbringlich zerstören

Der NABU befürchtet, dass Schutzgebiete bereits zerstört werden, bevor das Gericht überhaupt die Kritik an der Genehmigung zum Bau der Pipeline prüfen kann. Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat die ausstehende Entscheidung über den im Februar eingereichten Eilantrag damit begründet, dass der Schriftwechsel dazu noch nicht abgeschlossen sei. Von der NABU-Klage gegen die Genehmigung zeigte sich Nord Stream 2 unbeeindruckt. Ein Sprecher verwies auf den gültigen Planfeststellungsbeschluss.

Der Bau der ersten Ostsee-Pipeline Nord Stream

Zustimmung in anderen Anrainerstaaten steht noch aus

Die Gaspipeline soll auf einer Länge von rund 1.200 Kilometern durch die Ostseegewässer Russlands, Finnlands, Schweden, Dänemarks und Deutschlands verlaufen. Nur in Deutschland wurde jetzt mit dem Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes eine erste Baugenehmigung erteilt. "Wir erwarten, dass erst alle notwendigen Genehmigungen für das gesamte Projekt vorliegen, ehe in deutschen Meeresschutzgebieten Tatsachen geschaffen werden", so ein NABU-Sprecher.

In den anderen betroffenen Ostseeanrainerstaaten Dänemark, Schweden, Finnland und Russland steht die Zustimmung der Behörden noch aus. Die umstrittene Gaspipeline von Nord Stream 2 soll in etwa entlang der ersten rund 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse auf dem Grund der Ostsee verlegt werden. Seit Fertigstellung von Nord Stream 1 im Herbst 2012 können 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportiert werden.

Weitere Informationen

NABU klagt gegen Nord Stream 2

Der Naturschutzbund hat per Eilantrag Klage beim Oberverwaltungsgericht Greifswald eingereicht. In der Kritik stehen grobe Verfahrensfehler bei der Genehmigung der Ostseepipeline Nord Stream 2. (06.03.2018) mehr

Nord Stream 2 in Deutschland genehmigt

Die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 ist in Deutschland genehmigt worden. In vier weiteren Anrainerstaaten steht die Freigabe für den Bau der Erdgasleitung noch aus. (27.03.2018) mehr

Dänen können Nord Stream 2 blockieren

Beim Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 gibt es neue Schwierigkeiten: Nach einer Gesetzesänderung könnte Dänemark das Projekt in seinen Hoheitsgewässern verhindern. mehr

Umweltausgleich: Nord Stream korrigiert Maßnahmen

Der Pipelinebauer Nord Stream will beim Umweltausgleich auf eine Umwandlung von Ackerland in Grünland teilweise verzichten. Landwirte auf Rügen begrüßten den Vorstoß der Gazprom-Tochter. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.05.2018 | 09:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

00:48
Nordmagazin

Fachkräfte zum Stadtjubiläum

20.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
00:47
Nordmagazin

Europa neu denken

20.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
00:37
NDR Fernsehen

Mehr tote Robben und Wale

20.09.2018 19:30 Uhr
NDR Fernsehen