Stand: 04.11.2019 15:03 Uhr

Mordprozess um Leonie dauert länger

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Der Angeklagte will noch eine weitere Aussage vor Gericht machen. (Archivbild)

Der Prozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) wird länger dauern als ursprünglich geplant. Die Mutter des Mädchens soll noch mindestens zweimal als Zeugin gehört werden, sagte Richter Jochen Unterlöhner am Montag am Landgericht Neubrandenburg. Auch der angeklagte Stiefvater will noch eine Aussage machen. So sei frühestens Anfang Januar mit dem Hauptgutachten der Gerichtsmedizinerin und dem Bericht des Psychiaters zu rechnen, der die Schuldfähigkeit des Angeklagten beurteilen soll. Ein Urteil wäre dann Mitte Januar möglich, meinte Unterlöhner. Ursprünglich hatte der Mordprozess Ende November zu Ende gehen sollen.

Angehörige sagen als Zeugen aus

Am Montag sagten mehrere Angehörige des Angeklagten vor Gericht aus. Ihren Angaben zufolge ist der 28-Jährige zwar ein aufbrausender und "lauter Typ", aber keiner konnte sich vorstellen, dass er ein Kind schlägt. Außerdem wurden erste Details der Flucht des 28-Jährigen bekannt. Nachdem er bei einer Vernehmung am 14. Januar geflüchtet war, hatte er demnach Hilfe von Geschwistern und seinem Vater.

Flüchtiger versteckte sich bei Geschwistern

Eine Schwester des Angeklagten berichtete, wie der 28-Jährige nach seiner Flucht bei ihr aufgetaucht war: "Er stand morgens vor meiner Tür, ich habe noch die Kinder zur Kita gebracht und dann haben wir miteinander geredet", sagte die 27-Jährige als Zeugin. Er habe gesagt, "dass er nichts gemacht hat." Im Anschluss habe man den Anwalt aus Wolgast informiert, der den Angeklagten jetzt auch vor Gericht vertritt. Der flüchtige Bruder sei bei Geschwistern in Torgelow und Groß Luckow im Umfeld von Pasewalk geblieben, bis ihn der Anwalt am 21. Januar abgeholt habe und zur Polizei bringen wollte. Kurz vor Anklam hatte die Polizei damals den Flüchtigen im Auto des Anwaltes festgenommen.

Misshandlungen mit Todesfolge

Das sechsjährige Mädchen war am 12. Januar tot in der Wohnung des Stiefvaters und der Mutter in Torgelow gefunden worden. Rechtsmediziner stellten bei dem Kind eine Vielzahl an Verletzungen fest, die durch schwere Misshandlungen verursacht worden sein sollen. Dem Stiefvater wird deshalb Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Laut Anklage hat der Mann das Mädchen so misshandelt, dass es infolge der Verletzungen starb.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.11.2019 | 13:00 Uhr

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