Stand: 22.08.2019 17:40 Uhr

Mord an Maria: Freundin wusste von Mordplänen

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Der 19-jährige Angeklagte (l.) hatte die Tat zu Prozessbeginn eingeräumt.

Am Landgericht Stralsund ist am Donnerstag der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom fortgesetzt worden. Am Vormittag sagte die Mutter des Opfers aus. Unter Tränen erzählte sie, wie sie und ihre Tochter den Tag vor dem Verbrechen gemeinsam verbrachten und wie einen Tag darauf spätabends die Polizei die Nachricht von Marias Tod überbrachte. Ihre älteste Tochter fehle ihr sehr, sagte sie. Die Mutter berichtete, dass ihr Maria gesagt habe, dass sie schwanger sei. "Ich bin deine Mutter, ich werde dich begleiten", habe sie geantwortet.

Angeklagter soll Ex-Freundin von Mordplänen berichtet haben

Auch die ehemalige Freundin des 19-jährigen Angeklagten - sie soll auch eine gute Freundin Marias gewesen sein - hörte das Gericht am Donnerstag. Gegen sie und einen weiteren Mann läuft im Zusammenhang mit dem Mord ebenfalls ein Verfahren. Denn beide sollen gewusst haben, dass die beiden Angeklagten den Mord planten und durchführten. Wenige Stunden vor der Tat soll der 19-Jährige ihr gesagt haben, dass er jemanden umbringen wolle. Das habe sie aber nicht ernst genommen, so die junge Frau vor Gericht.

Angeklagter soll Zeugin bedroht haben

Als ihr damaliger Freund in der Nacht zurückkam, habe er gesagt, dass sie es durchgezogen hätten. Seine Hände sollen blutig gewesen sein. Zwei Tage nach dem Mord habe er ihr zudem Einzelheiten über das Verbrechen erzählt. Dabei habe er immer wieder gesagt, sie solle mit keinem darüber reden. Der Angeklagte soll ihr sogar mit einem an den Hals gesetzten Messer gedroht haben, ansonsten die Nächste zu sein. Aus Angst hätte sie mit keinem darüber gesprochen, obwohl Maria ihre beste Freundin gewesen sei, wie sie selbst sagte. So habe Maria ihr voller Glück die Ultraschallbilder ihres Babys gezeigt.

Tränen und Schluchzen bei Freunden und Angehörigen

Auch habe sie etwa eine Woche vor der Festnahme der beiden Männer mit dem 21-jährigen Angeklagten über die Tat gesprochen. Dabei habe er unter Tränen gesagt, dass er schockiert gewesen sei, dass der 19-Jährige aus dem Nichts auf Maria eiskalt eingestochen habe, so die junge Frau. Angehörige und Freunde von Maria, die den Prozess verfolgen, brachen bei den Schilderungen immer wieder in Tränen aus. Es gab mehrere Zwischenrufe aus dem Publikum. Diese wurden vom Angeklagten teils mit verächtlichen Worten wie "Halt's Maul, dahinten" quittiert.

19-Jähriger geständig: "Keine Gefühle gehabt"

Die 18-jährige Maria war im März getötet worden. Für die Tat müssen sich ein 19-Jähriger und ein 21-Jähriger von der Insel Usedom verantworten. Der 19-Jährige hat die Tat bereits gestanden. Zu Beginn des Prozesses schilderte er, wie er und sein Mitangeklagter am Nachmittag des Tattags den Mordplan schmiedeten. Dabei sei der Satz gefallen: "Lass es uns heute machen." Er habe Namen aus dem Bekanntenkreis vorgeschlagen. Maria wählten sie aus, weil sie alleine lebte. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, wie es ihm bei der Tat gegangen sei, sagte der Mann: "Ich habe dabei keine Gefühle gehabt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.08.2019 | 18:10 Uhr

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