Stand: 29.08.2019 16:24 Uhr

Mord an Maria: Gutachter haben ausgesagt

Der 19-jährige Angeklagte (l.) hatte die Tat zu Prozessbeginn eingeräumt. (Archivbild)

Im Prozess am Stralsunder Landgericht um die Ermordung der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom haben am Donnerstag psychiatrische Gutachter ausgesagt. Sie haben Angaben zur Schuldfähigkeit der 19 und 21 Jahre alten Angeklagten gemacht, die das Mädchen aus Zinnowitz aus Mordlust getötet haben sollen. Zwar habe es bei dem älteren Angeklagten psychosoziale Auffälligkeiten gegeben. Diese mindern jedoch nicht die Schuldfähigkeit, sagte seine Gutachterin.

Gutachter stellt verminderte Steuerungsfähigkeit fest

Im Fall des 19-Jährigen zeichnet sich jedoch ein anderes Bild. Der Sachverständige bescheinigte ihm mangelnde Empathie, paranoide sowie narzisstische Persönlichkeitsanteile. Er sehe deshalb erhebliche Merkmale für eine verminderte Steuerungsfähigkeit und plädiert deshalb dafür, den Angeklagten im Maßregelvollzug unterzubringen. Er begründete dies auch damit, dass der Angeklagte nach wie vor den Wunsch habe, zu töten. Am kommenden Montag will das Gericht die Plädoyers hören, in gut einer Woche sollen die Urteile gefällt werden.

Mordlust als mögliches Motiv

Der 19-Jährige, der derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist, hatte bereits vor Gericht gestanden, allein 19-Mal auf die schwangere Maria eingestochen zu haben. Nach seinen Angaben habe der ältere Angeklagte lediglich die Beine des Opfers festgehalten, als er ihn dazu aufgefordert hat. Als Grund für den Mord gab der jüngere Angeklagte an, sehen zu wollen, wie es ist, wenn ein Mensch stirbt.

19-Jähriger geständig: "Keine Gefühle gehabt"

Die 18-jährige Maria war im März getötet worden. Für die Tat müssen sich ein 19-Jähriger und ein 21-Jähriger von der Insel Usedom verantworten. Zu Beginn des Prozesses schilderte der jüngere Angeklagte, wie er und sein Mitangeklagter am Nachmittag des Tattags den Mordplan schmiedeten. Dabei sei der Satz gefallen: "Lass es uns heute machen." Er habe Namen aus dem Bekanntenkreis vorgeschlagen. Maria wählten sie aus, weil sie alleine lebte. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, wie es ihm bei der Tat gegangen sei, sagte der Mann: "Ich habe dabei keine Gefühle gehabt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 29.08.2019 | 15:00 Uhr

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