Die Produktionsstätte des Möbelherstellers Palmberg in Schönberg in Westmecklenburg © NDR Foto: Antonia Schindler

Möbelhersteller Palmberg: Umsatzrekord im Corona-Jahr

Stand: 10.01.2022 14:31 Uhr

Der Möbelhersteller Palmberg aus Schönberg schaut auf ein Rekordjahr zurück. Knapp als 117 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2021, fast sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Corona habe sich nicht negativ ausgewirkt, hieß es aus der Geschäftsführung.

Beim Möbelhersteller Palmberg aus Schönberg können sie zufrieden sein: 6 Millionen Euro Gewinn - keine Spur von Pandemiestimmung. Der Umsatz ist im Vergleich zu 2020 noch einmal gewachsen, auf 116,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch fünf Millionen Euro weniger, die Steigerung also: 6,7 Prozent. Der Spezialist für Büromöbel hat schnell auf die neuen Anforderungen reagiert und unter anderem Hygiene-Schutzwände neu ins Sortiment genommen, rund 6.000 Stück haben die Mitarbeiter 2021 gefertigt. 580 Mitarbeiter arbeiten derzeit für Palmberg, 62 mehr, als im Vorjahr. Die Zahl der verkauften Produkte liegt bei 792.190, wie es im vom Unternehmen herausgegebenen Jahresrückblick heißt.

Wachstum mit fast 600 Mitarbeitern

Doch nicht nur im Sortiment hat sich der Schönberger Möbelhersteller an die Pandemie angepasst. Nach Angaben des Unternehmens wurden Broschüren digital aufbereitet, interaktiv und klickbar, aber auch Schulungen kann das Unternehmen nun digital organisieren. 2021 war für Palmberg auch das Jahr der Auszeichnungen: In einem Designerwettbewerb wurde ein Trennwandsystem prämiert, die Marketingarbeit ist ebenfalls ausgezeichnet worden - mit dem "German Brand Award". 19 Auszubildende hat Palmberg 2021 eingestellt, sie lernen bei einem "Top-Ausbildungsbetrieb", dieses Label wird vergeben von der Industrie- und Handelskammer.

Die Probleme 2021: Personal und Material

Palmberg hatte aber auch Probleme: Lieferengpässe bei Rohmaterialien, gehören dazu, vor allem, Aluminium und Elektronische Bauteile wurden knapp. Laut Geschäftsführer Uwe Blaumann konnten die Schwierigkeiten aber überwunden werden. Und auch der Möbelhersteller klagt über Personalmangel. Immer schwerer werde es für die handwerklichen Arbeiten im Unternehmen Auszubildende zu finden, gute Bewerbungen kämen kaum noch, so Blaumann. Das könne in ein paar Jahren ein echtes Problem werden. Und außerdem sei es schwer, LKW-Fahrer zu finden. Palmberg hat einen eigenen Fuhrpark, 24 LKW sind täglich im Einsatz.

100 Jahre Möbelbau auf dem Palmberg bei Schönberg

Seit 1922 werden in Schönberg auf dem Palmberg Möbel gebaut. Anfangs produzieren die Arbeiter vor allem Wohnzimmer-Einrichtungen aus dem, im Vergleich zu edlen Hölzern, günstigen Furnier. 1951 wird die Möbelfabrik verstaatlicht, die Schlafzimmer aus dem Nordwesten der DDR finden sich in vielen Wohnungen von Zittau bis Ahlbeck. Nach der Wende wird Palmberg zur Marke, eine GmbH wird aus dem alten DDR-Möbelkombinat herausgelöst, 1991 wird sich eine neue Geschäftsführung mit der Treuhand einig und das Unternehmen arbeitet nun ohne staatliche Eingriffe. Neben Büromöbeln stellt Pamberg auch akustische Komponenten her, Möbel und Stellwände also, die Geräusche dämmen oder umlenken, so dass das Arbeiten in den Büros angenehmer wird.

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