Drei Bildschirme verschiedene Meme-Accounts aus Mecklenburg-Vorpommern. © NDR Foto: NDR

Mit Memes einen satirischen Blick auf MV werfen

Stand: 25.01.2021 15:42 Uhr

Im Internet etablieren sich immer mehr Seiten, die einen - meist nicht ganz ernst gemeinten - Blick auf das Geschehen in Mecklenburg-Vorpommern werfen.

von Jürn-Jakob Gericke

Als noch unklar war, ob der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Vorpommern-Greifswald über 200 steigt und die Corona-Einschränkungen verschärft werden, nahmen Meme-Seiten im Internet die Situation auf die Schippe. In zahlreichen Beiträgen wurde sich darüber lustig gemacht, dass die Regeln für die Region zeitweise an einer Stelle nach dem Komma hingen.

Immer öfter werden - vorwiegend von den jüngeren Generationen - Memes genutzt, um sich mit dem aktuellen Geschehen in Mecklenburg-Vorpommern auseinanderzusetzen. Bei dieser Art Internetkultur handelt es sich um Ideen, die mit kurzen Texten, Bildern und Collagen ins Netz gestellt werden und die sich weit verbreiten. Manche verselbstständigen sich sogar, wenn der ursprüngliche Zusammenhang längst in Vergessenheit geraten ist, werden sie weiterhin zitiert. Witze über die Stärke des Schauspielers Chuck Norris sind ein frühes Beispiel dieses Phänomens. In den meisten Fällen sind Memes lustig und schnell verständlich.

Einige Seiten, die ausschließlich Memes über Mecklenburg-Vorpommern zeigen, haben hohen Zulauf. Das Profil "Memelenburg" auf Istagram hat mehr als 12.000 Abonnentinnen und Abonnenten. Dahinter folgen "Vorpomeme" mit etwa 2.900 Followern und das "Memeministerium MV", das etwa 1.300 Follower aufweist. Auch lokale Seiten wie "schwerin_memes" und "neubrandenburg.memes" mit jeweils knapp 4.500 Abonnenten und Abonnentinnen sind sehr beliebt.

Memes als Wahlkampf-Mittel?

Wer hinter den Meme-Seiten steckt, lässt sich nicht klären. Das Netzwerk Instagram zeigt keine Informationen über die Besitzer der Profile an. Auf Anfrage von NDR 1 Radio MV wollen alle jeweiligen Betreiber anonym bleiben. Es gibt Indizien, dass mehrere der Seiten von Parteien oder politischen Gruppen unterhalten werden. Und die SPD in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich schon länger darum bemüht, auf Social Media-Kanälen präsent zu sein. Auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV geben aber sowohl der SPD-Landesverband als auch die Staatskanzlei an, dass ihre Mitarbeitenden keine Meme-Seiten betreiben.

Popkultur mit Politik verbunden

Der Betreiber der Seite "schwerin_memes" ist der Meinung, dass es für junge Leute aus der Landeshauptstadt lange Zeit kein gemeinsames Forum im Internet gab. Der Austausch über Memes habe sich sehr erfolgreich entwickelt, viele Follower beteiligen sich mit Inspirationen oder sogar fertig erstellten Memes an den Inhalten der Seite. Aktuelles aus der Pop-Kultur mit Aktuellem aus der Politik verbinden - das ist das Erfolgsrezept für das Team hinter dem "Memeministerium MV". Memes seien eine niedrigschwellige Möglichkeit, auch weniger an Politik interessierten Menschen das politische Tagesgeschäft in Schwerin und Berlin nahezubringen, erklärte das Team gegenüber NDR 1 Radio MV: "Wir geben uns Mühe zu zeigen, dass auch im manchmal etwas spröden Politikbetrieb durchaus Menschen mit Humor unterwegs sind."

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.01.2021 | 19:30 Uhr

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