Hausschweine stehen in einem Stall. © picture alliance/ZB Foto: Patrick Pleul

Ministerium bestätigt: Afrikanische Schweinepest in MV

Stand: 16.11.2021 12:01 Uhr

Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern ist nun amtlich. Das Nationale Referenzlabor - das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - habe die Seuche nachgewiesen, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montagabend mit.

Die ASP sei erstmals in einem Hausschweinebestand in Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten. Zuvor hatte das Landes-Agrarministerium mitgeteilt, dass in einer Schweinemastanlage mit mehreren Tausend Tieren im Landkreis Rostock mehrere Tiere verendet seien, und ein Test habe den Verdacht ergeben, dass sie mit dem ASP-Erreger infiziert gewesen sein könnten. Dieser Verdacht wurde nun bestätigt. Den Angaben zufolge greifen jetzt die Maßnahmen der Schweinepest-Verordnung in der Zuständigkeit der Länder: Unter anderem muss die zuständige Behörde vor Ort nun anordnen, dass alle Tiere des Bestands getötet und unschädlich beseitigt werden.

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Backhaus erläutert weiteres Vorgehen

Am Dienstagvormittag erläuterte Agrarminister Till Backhaus (SPD) auf einer Pressekonferenz das weitere Vorgehen. Rund 4.000 Tiere des betroffenen Betriebes werden getötet, zudem seien eine Sperr- und eine Überwachungszone eingerichtet worden.Auch für den Export von Schweinefleisch könnten sich weitere Einschränkungen ergeben. Die Preise für Schweinefleisch sind bereits im Keller. Nach ersten Schweinepest-Fällen in Deutschland brach der Export in wichtige Absatzmärkte in Asien abrupt zusammen - für Schweinefleisch aus ganz Deutschland. Mit einigen Staaten konnte vereinbart werden, dass der Einfuhrbann nur Fleisch aus den betroffenen deutschen Regionen trifft.

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Zuerst in Brandenburg und Sachsen aufgetreten

Die Afrikanische Schweinepest war in Deutschland erstmals im September vergangenen Jahres ausgebrochen und zwar in Brandenburg. Mittlerweile ist auch Sachsen betroffen. Die Tierseuche ist eine schwere Virusinfektion. Es erkranken ausschließlich Wild- und Hausschweine. In der Regel verläuft die Erkrankung tödlich. Mecklenburg-Vorpommern hatte versucht, sich mit Schutzzäunen an der Grenze zu Polen gegen das Virus zu wappnen. In Osteuropa grassiert das Virus schon seit Längerem.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 15.11.2021 | 19:00 Uhr

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