Stand: 07.03.2019 13:59 Uhr

Milchpreis: Bauern fordern Gesetzesänderung

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Der derzeitige Rohmilchpreis von 32- 35 Cent pro Liter deckt nicht einmal die Produktionskosten der Milchviehbetriebe im Land, sagen Landwirte. (Archivbild)

Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat auf dem Milchbauerntag in Güstrow (Landkreis Rostock) politische Maßnahmen gegen zu niedrige Milchpreise verlangt. Von den kostendeckenden 40 Cent pro Liter sei man noch weit entfernt, so Christian Karp, Landeschef des Verbands.

Jemand füllt Milch in Flaschen ab

Niedrige Milchpreise: Bauern fordern Maßnahmen

Nordmagazin -

Milchbauer Peter Guhl kämpft für einen fairen Milchmarkt: Auch die Genossenschaftsmolkereien sollen den Bauern ihre Preise nicht mehr am Monatsende diktieren.

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Backhaus mahnt Verbände zur Einigkeit

Als Hauptproblem der Milchbranche wurde unter den rund 200 Teilnehmern in Güstrow der weiterhin zu niedrige Milchpreis bemängelt, der momentan zwischen 32 und 35 Cent pro Liter Rohmilch liege. Agrarminister Till Backhaus (SPD) machte den Landwirten kaum Hoffnungen auf eine im Vorfeld vom Milchviehhalterverband geforderte gesetzliche Regelung zum Rohmilchpreis. Bislang sei es den Landwirten zwar möglich mit den wenigen Molkereien im Land die Milchliefermengen, nicht jedoch den Rohmilchpreis zu verhandeln. Die Politik könne nur begrenzt Einfluss auf Marktmechanismen nehmen, sagte Backhaus und rief die Verbände zugleich zu mehr Geschlossenheit auf.

Vorwürfe: Tierquälerei und Umweltverschmutzungen

Bei einem Milchpreis von derzeit 32 bis 35 Cent arbeite man nicht einmal kostendeckend, hieß es von den rund 200 Landwirten, die in Güstrow zum Milchbauerntag zusammengekommen waren. Hinzu komme, dass sich die Milchbauern Vorwürfen von Tierquälerei und Umweltverschmutzung und immer strengeren Umweltvorschriften gegenübersähen. Backhaus konterte, es gebe durchaus rentabel wirtschaftende Betriebe im Nordosten, die sich durch eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie auszeichnen, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Faktoren beachte.

Immer mehr Milchbauern geben auf

Seit dem Beginn der Milchkrise vor etwa fünf Jahren unterliegt die Milchproduktion in Mecklenburg-Vorpommern einem starken Strukturwandel. Nach Ansicht von Experten habe sich dieser Prozess auch durch die Dürre im vergangenen Sommer und die damit verbundene schlechte Futtersituation in den Betrieben noch beschleunigt. Im vergangenen Wirtschaftsjahr hat landesweit knapp ein Betrieb pro Monat die Milchproduktion eingestellt. In diesem Jahr sind es bereits mehr als zwei, wie die hiesige Zuchtorganisation Rinderallianz mitteilte. Seit 2014 hat Mecklenburg-Vorpommern demnach etwa ein Drittel der Milchproduzenten und zwölf Prozent der Milchkühe verloren. Somit gibt landesweit immer weniger, aber größere Milchviehbetriebe. Landesweit sind in den vergangenen Jahren etwa 140 Betriebe verschwunden.

Milchbauernverband entwirft Maßnahmen-Katalog

BDM-Vorstandschefs Stefan Mann schlug zur Verbesserung der Lage drei Schritte vor. Seiner Meinung nach solle ein Monitoringsystem EU-weit den Milchmarkt überwachen und im Falle einer Krise die Produktion drosseln können, um einen Preisverfall frühzeitig zu verhindern. Ein weiteres Betriebssterben und die Inanspruchnahme staatlicher Hilfe solle so umgangen werden. Außerdem regte er die Gründung eines Branchenverbandes an. Drittens forderte er eine Reform des Verkaufssystems der Milch. Eine Aufgabe, die seiner Meinung nach der angeregte Branchenverband übernehmen könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.03.2019 | 12:00 Uhr

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