Merkel, Laschet und Sack warnen vor Rot-Rot-Grün in Bund und Land

Stand: 21.09.2021 21:29 Uhr

Fünf Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Bundestagswahl haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kanzlerkandidat Armin Laschet und der Landtagswahl-Spitzenkandidat Michael Sack bei einem Wahlkampfauftritt in Stralsund um Stimmen für die CDU geworben. Das Spitzentrio warnte vor Rot-Rot-Grün im Bund und im Land.

Mit der nach 16 Jahren als Regierungchefin scheidenden Kanzlerin als Zugpferd wollten die Christdemokraten bei dem Auftritt noch einmal Wähler für die Wahlen am Sonntag mobilisieren. Für Merkel war es zugleich die Abschiedstour in ihrem Wahlkreis, die sie zuvor am Tag auf die Inseln Ummanz und Rügen geführt hatte, wo Merkel das Technische Hilfswerk besuchte. Seit 1990 hatte sie in jeder Wahl das Bundestagsmandat in ihrem Wahlkreis erhalten. In ihrer von Pfiffen und Buh-Rufen begleiteten Wahlkampfrede schlug die Kanzlerin bei strömendem Regen vor der Kulisse des Rathauses der Hansestadt einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft und verwies auf die Erfolge, die dank gemeinschaftlicher Anstrengungen errungen worden seien. So habe die Arbeitslosigkeit in Stralsund 2004 noch bei 24,1 Prozent gelegen, heute liege sie dagegen bei unter 8 Prozent. "Wir haben unglaublich viel hier zustande gebracht in dieser Region", sagte sie den rund 1.000 Zuschauern, unter denen sich einige Rechtsextreme und Coronapolitik-Kritiker immer wieder lautstark bemerkbar machten.

"Hält Deutschland den Anschluss an die Besten der Welt?"

"In den nächsten Jahren wird es darum gehen, hält Deutschland, hält Mecklenburg Vorpommern, hält dieser Wahlkreis den Anschluss an die Besten auf der Welt." Dies sei Voraussetzung für gute Löhne und gute Arbeitsplätze. Die Arbeiter auf der Stralsunder Werft spürten dies jeden Tag. Deshalb sei es wichtig, wie die Weichen in die Zukunft gestellt würden. Laschet sei ein Garant für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze. Er kämpfe als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen um jeden Arbeitsplatz und würde dies auch als Bundeskanzler tun.

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Merkel: Kritik an Steuererhöhungsplänen in Wahlprogrammen

Die Kanzlerin warnte vor einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken nach der Wahl. Dazu reiche ein Blick in die Wahlprogramme jener Parteien. Die Linke mit ihrer Forderung nach einer Abschaffung der Schuldenbremse mache es unmöglich, in Deutschland nach der Corona-Pandemie zu soliden Finanzen zurückzukehren. Merkel kritisierte die Pläne, die Reichen- Vermögens-, Unternehmens-, Erbschafts- und Einkommenssteuer zu erhöhen. Dies bedrohe letztlich Arbeitsplätze. "Wer schafft denn die Arbeitsplätze? Doch nicht der Staat."

Laschet ist "derjenige, der es kann"

Merkel warb bei den Anwesenden darum, "dass Sie alles dazu beitragen, Deutschlands Wohlstand auch für die nächsten Jahre zu sichern" und die Sicherheit des Landes zu festigen. Laschet sei "derjenige, der das kann". Es gehe bei der Wahl am Sonntag "um viel", betonte Merkel. Auf der einen Seite stehe ein Politik von "Maß und Mitte", die Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen wollen, die nötigen Freiräume gebe. Auf der anderen Seite stehe eine Politik, "die nur über das Verteilen nachdenkt, nicht über das erwirtschaften". Anstelle von Merkel bewirbt sich der 33-jährige Georg Günther um das Direktmandat im Wahlkreis. "Ermöglichen Sie es Georg Günther, in meine Fußstapfen zu treten und meinen Wahlkreis in Berlin zu vertreten", sagte Merkel.

Laschet: Industrien im Land halten

Auch Laschet konzentrierte sich in seiner Rede auf wirtschaftspolitische Aspekte. "Wir müssen alles tun, dass Stahlindustrie, Werften und Automobilindustrie in unserem Land bleiben und wir gemeinsam den Weg zur Klimaneutralität gehen." Das sei etwas Besseres als rot-rot-grüne Verbotspolitik. "Das wollen wir nicht." Es gebe viele kleine und mittelständische Unternehmen, von denen er hoffe, dass sie die Kurzarbeit Im Zuge der Pandemie beenden könnten, um Arbeitsplätze zu schaffen und in neue Technologien und Klimaschutz zu investieren. "Deshalb ist es völlig falsch, was SPD und Linke und Grüne planen: Jetzt darf man die durch höhere Steurn nicht belasten. Die sollen investieren und Arbeitsplätze schaffen."

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Laschet nahm auch das Thema Sicherheit auf: Es sei wichtig, eine Bundesregierung zu haben, "die innere und äußere Sicherheit garantiert". Das sei "mit Rot-Rot-Grün nicht möglich". Die Union hingegen wolle "einen starken Staat, der Sicherheit für uns alle herstellt".

Sack: SPD will auch im Land linkes Bündnis eingehen

Ins selbe Horn stieß der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagwahl in MV, Michael Sack. "Jeder weiß, dass die SPD keine Sekunde lang zögern wird, nach der Wahl mit den Linken und den Grünen zusammen Bündnisse sowohl im Land als auch im Bund einzugehen." Ministerpräsidentin Manuela Schwesig habe die Große Koalition nur von ihrem Vorgänger Erwin Sellering geerbt. "Wenn es am 26. September rechnerisch für Rot-Rot-Grün reicht, dann stehen die Weichen auch auf Rot-Rot-Grün in diesem Land." Eine solche Koalition bedeute mehr Bürokratie, mehr Auflagen und mehr Verbote. "Nur mit der CDU bekommen Sie das, was Sie vor der Wahl hören", sagte er. Die Christdemokraten stünden für eine "Politik der Vernunft".

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.09.2021 | 05:00 Uhr

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