Stand: 08.11.2019 05:06 Uhr

Meinungsumfrage: Kaum DDR-Nostalgie im Nordosten

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Eine große Mehrheit der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern hat 30 Jahre nach dem Mauerfall mit der DDR abgeschlossen. Nur ein ganz kleiner Teil sehnt sich nach dem Staat und seinem System. Nach einer Meinungsumfrage des Instituts Forsa im Auftrag von NDR 1 Radio MV, dem NDR Nordmagazin und der "Ostsee-Zeitung" wünschen sich nur 17 Prozent aller Bürger "manchmal die DDR zurück".

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DDR-Nostalgie bei AfD- und Linke-Anhängern

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Umfrage: Große Mehrheit will DDR nicht zurück

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Laut einer Forsa-Umfrage wünschen sich nur 17 Prozent der Bürger in MV "manchmal die DDR zurück". Dennoch hat die Wiedervereinigung die Hoffnungen vieler Menschen nicht erfüllt. Video (06:36 min)

Nicht einmal jeder fünfte kann mit DDR-Nostalgie etwas anfangen, im Landesteil Mecklenburg ist die DDR-Sehnsucht mit 15 Prozent noch geringer ausgeprägt als in Vorpommern, dort wünschen sich 22 Prozent "manchmal die DDR zurück". Vor allem bei Anhängern der Linken und der AfD ist dieses Gefühl weit verbreitet. Die Wähler von CDU, Grünen und auch der SPD können mit DDR-Sehnsucht dagegen kaum etwas anfangen.

Die Wende: Wirtschaftlich ein Gewinn

30 Jahre nach dem Mauerfall meint ein großer Teil der heute über 45-Jährigen, ihre wirtschaftliche Lage habe sich seitdem verbessert - genau 72 Prozent sehen das so. Elf Prozent finden, ihre Situation habe sich verschlechtert, 19 Prozent meinen, es habe sich nichts verändert. Im Rückblick haben sich nur für jeden fünften die Erwartungen an die Wiedervereinigung "voll und ganz" erfüllt: 63 Prozent sehen ihre Hoffnungen nur zum Teil verwirklicht, 12 Prozent sind komplett enttäuscht - auch hier gilt das besonders für Anhänger von Linken und AfD.

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Eher "deutsch" als "ostdeutsch"

Eine knappe Mehrheit von 56 Prozent sieht sich laut der Forsa-Umfrage eher als Deutsche, 41 Prozent bezeichnen sich dagegen als Ostdeutsche. Diese Selbstsicht ist vor allem bei Wählern der Linken verbreitet. Jüngere zwischen 18 und 29 Jahren identifizieren sich dagegen mit dem Begriff "ostdeutsch" am wenigsten, in dieser Altersgruppe sehen sich sieben von zehn als Deutsche.

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Lohnunterschiede bleiben ein Ärgernis

Ein großes Ärgernis bleiben die Lohnunterschiede zwischen Ost und West. Knapp zwei Drittel ärgern sich "sehr" über die unterschiedliche Bezahlung, 24 Prozent finden das "etwas" ärgerlich und nur elf Prozent stören sich daran nicht. Eine Mehrheit meint außerdem, dass Ostdeutsche nicht die gleichen Karriere-Möglichkeiten haben wie Westdeutsche. Weit verbreitet ist diese Ansicht bei den Jüngeren bis 29 Jahren und bei Anhängern der Linken und der AfD.

Ost und West: Haben alle die gleichen Chancen?

Auch in dieser Frage zeigt sich erneut eine leicht unterschiedliche Bewertung in den beiden Landesteilen: Genau die Hälfte der Mecklenburger ist der Ansicht, dass Ostdeutsche benachteiligt werden, in Vorpommern ist der Anteil etwas höher. Hier sehen sich 55 Prozent der Menschen aus Ostdeutschland bei der beruflichen Karriere abgehängt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 08.11.2019 | 05:30 Uhr

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