Eine Frau impft eine Person in den Oberarm. © Colourbox Foto: Aleksandr

Mehrere Fälle in MV: Geimpft, obwohl noch kein Termin

Stand: 26.02.2021 15:46 Uhr

Immer wieder werden Fälle von sogenannten "Impfdränglern" bekannt - also Personen, die keinen Impftermin hatten und auch nicht dem medizinischen Personal oder einer Risikogruppe angehören. Wie gehen die Landkreise in MV beim Impfen genau vor?

Einen prominenten Fall von "Impfdrängelei" gab es zuletzt im Landkreis Vorpommern-Rügen, wo Landrat Stefan Kerth (SPD) und weitere Verwaltungsmitarbeiter eine Impfung erhalten. Der NDR in MV fragte bei allen Landkreisen und den Städten Schwerin und Rostock nach, wie viele Personen mit übrig gebliebenen Dosen geimpft wurden, ohne dass sie der Impfkategorie 1 angehören - Personen also, die nicht in Abstrichzentren, Pflegeheimen oder Krankenhäusern arbeiten.

Wismar: 25 Berufs-Feuerwehrleute mit Biontech-Impfstoff geimpft

Eine konkrete Zahl nannte nur der Landkreis Nordwestmecklenburg. So hätten am Abend des 11. Februar in Wismar 25 Dosen nicht verimpft werden können. Diese wären bis zum Mittag des Folgetages abgelaufen. Es sei kurzfristig nicht möglich gewesen, soviele Personen aus der "Nachrückerliste" der Impfkategorie 1 zum Impfzentrum zu bestellen. Deshalb habe das Impfzentrum die Berufsfeuerwehr Wismar angerufen und am nächsten Morgen seien daraufhin 25 Feuerwehrleute mit dem Biontech-Impfstoff geimpft worden.

Weitere Informationen
Landrat Stefan Kerth im Gespräch über die Impf-Vorwürfe gegen ihn.

Geimpfter Landrat spricht von "Datenpanne"

Im Landkreis Vorpommern-Rügen sind neben Landrat Kerth auch Verwaltungsmitarbeitende geimpft worden. Kerth spricht von einer Datenpanne. mehr

Kontaktlisten zum Anrufen erstellt

Mittlerweile haben die Landkreise mehr oder weniger lange Kontaktlisten mit Personen oder medizinischen Einrichtungen, die sie dann anrufen, wenn Impfstoff übrig bleibt. So wurden im Landkreis Rostock zum Beispiel 35 Personen aus der Impfkategorie 1 geimpft, die laut geplanter Reihenfolge nicht vorgesehen waren. Auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gab an, dass er zuerst nach der Prioritätenliste geht und dann mit Risikopatienten weitermacht, die ein ärztliches Attest vorlegen können. Zwischen 80 und 100 waren es dort bisher.

Letzte Klarheit fehlt

Ob auch Personen geimpft wurden, die nicht auf der Prioritätenliste standen, ist nicht geklärt. Eigentlich müssen alle Personen erfasst werden, die die erste Impfung bekommen haben, damit sie auch einen Termin für die zweite Impfung zu bekommen. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald gab an, diese Zahlen aus Datenschutzgründen nicht zu erfassen. Ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim sagte, der Termin für die zweite Impfung würde automatisch über die Impfhotline oder online erfolgen. Deshalb würde weder das Impfzentrum noch der Landkreis diese Fälle erfassen. Nach dem Willen von Union und SPD sollen "Impfvordrängler" künftig womöglich bis zu 25.000 Euro Strafe zahlen.

Weitere Informationen
Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht am Abend in der menschenleeren Innenstadt von Hannover. © dpa Foto: Moritz Frankenberg

Corona-News-Ticker: Ausgangssperre bei "Bundes-Notbremse" weniger streng

Die einheitliche Regelung sieht Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr vor. Joggen ist bis Mitternacht möglich. Mehr Corona-News im Ticker mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.02.2021 | 16:10 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Impfdosis und eine Spritze © Colourbox Foto: Beneda Miroslav

Landkreis Rostock: Impfdosen auf dem Müll

Im Landkreis Rostock wird die Buchung der Impftermine anscheinend zum Problem. Impfstoff musste deshalb vernichtet werden. mehr