Das Traditionsschiff "Dresden" im IGA-Park in Rostock © dpa Foto: Stefan Sauer

Mehr Zeit für den Umbau der Traditionsschiffe gefordert

Stand: 21.06.2021 09:52 Uhr

Der Dachverband der Traditionsschiffe fordert eine Fristverlängerung für den Umbau der Schiffe nach neuen Sicherheitsstandards. Dazu hat er beim Bundesverkehrsministerium einen Aufschub beantragt.

Zwei Jahre mehr Zeit fordern die Eigner und Betreiber der Traditionsschiffe für ihre historischen Schätze. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten viele Traditionsschiffe nicht mit Gästen fahren - die Folge: keine Einnahmen. Diese Gelder sind aber dringend notwendig, um die 2018 vom Bund beschlossene Vorgabe für Traditionsschiffe umsetzen zu können.

Pandemie bringt Betreiber in Not

Nach der Vorgabe des Bundes müssen Traditionsschiffe so umgerüstet werden, dass sie beim Brandschutz den Sicherheitsstandards von normalen Fahrgastschiffen entsprechen. Das aber sei nicht nur der fehlenden Einnahmen wegen problematisch: Nach Angaben des Dachverbandes komme erschwerend hinzu, dass auch Werften geschlossen seien oder sie kein Baumaterial hätten. Auch Sachverständige seien nur schwer verfügbar. Ein Aufschub seitens des Ministeriums sei dringend nötig. "Kommt er nicht, hätte dies zur unmittelbaren Konsequenz, dass wir noch in diesem Jahr 19 Traditionsschiffe verlieren werden", sagte Jan-Matthias Westermann vom Deutschen Dachverband für Traditionsschiffe (GSHW).

Immer weniger Schiffe

Schon jetzt ist nach Verbandsangaben die Zahl der Traditionschiffe in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel auf rund 100 Schiffe geschrumpft. Die Erfahrung zeige, dass Fahrzeuge, die einmal ihr Zeugnis verloren haben, es kaum schaffen, dieses wiederzuerlangen, hieß es. Der Bund hat signalisiert, dass an einer rechtssicheren Lösung gearbeitet werde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Stefan Kuna Show | 21.06.2021 | 05:30 Uhr

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