Stand: 21.02.2019 12:56 Uhr

Mehr Geld für Uniklinik-Beschäftigte gefordert

Von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Bei den Tarifverhandlungen für die Unikliniken in Rostock und Greifswald (Foto) geht es um insgesamt 6.000 Beschäftigte.

Polizisten und Lehrer trommeln in der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst am lautesten: Ihre Gewerkschaften - die GdP und die GEW - haben bereits zu Warnstreiks aufgerufen. In Mecklenburg-Vorpommern will die GEW am kommenden Mittwoch mit Kundgebungen der Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen. Eher im stillen Kämmerlein laufen dagegen die Tarifverhandlungen bei einem anderen wichtigen öffentlichen Arbeitgeber, den beiden Universitätskliniken in Rostock und Greifswald. Ohne öffentliche Aufmerksamkeit hat am vergangenen Montag die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 6.000 Beschäftigen an beiden Standorten begonnen.

Mehr Lohn und höhere Zuschläge verlangt

Die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di angeführte Tarifkommission sitzt der Chefetage der Uni-Kliniken gegenüber, der Aufsichtsrat unter Bildungsstaatssekretär Sebastian Schröder (SPD) ist nicht direkt beteiligt. Der alte Haustarifvertrag von 2015 ist zu Jahresbeginn gekündigt worden. Ver.di fordert rückwirkend zum Januar 9,5 Prozent mehr Lohn, dazu unter anderem höhere Zuschläge für Nacht- und Bereitschaftsdienste und verbesserte Bedingungen für Auszubildende. Verhandlungsführer Wolfgang Hooke von ver.di begründet das geforderte deutliche Plus auch mit dem Lohnabstand zu kommunalen Krankenhäusern. Bei denen gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. In Rostock beispielsweise führt das zu einer besonderen Situation: Am kommunalen Südstadt-Klinikum verdient eine Krankenschwester schon zu Berufsbeginn im Schnitt rund 200 Euro mehr als ihre Kollegin an der Unimedizin. Der Lohnzuschlag soll das Gefälle ausgleichen.

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Anonymer Brief mit Forderungen an Ministerpräsidentin Schwesig

Das Land auf der Arbeitgeberseite hat bisher nicht auf die Forderungen von ver.di reagiert und zum Auftakt noch kein eigenes Angebot auf den Tisch gelegt. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 18. März vorgesehen. Einige Mitarbeiter der Unimedizin Rostock machen - ohne Rückendeckung von ver.di - schon Druck: Es gibt einen anonymen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), in dem deutliche Verbesserungen gefordert werden. Darin erinnern die Absender die Regierungschefin an ihre Forderungen nach höheren Löhnen und eine Angleichung ans Westniveau. Schon der aktuelle Haushaltsüberschuss biete Spielraum. Ver.di reagierte gelassen auf den Alleingang. Die Tarifkommission strebe deutliche Verbesserungen an, hieß es.

Die Gewerkschaft ist an den Unikliniken gut organisiert. Sie hat einen Trumpf in der Hand: Mitarbeiter, die Mitglied bei ver.di sind, erhalten eine höhere Jahres-Sondervergütung als diejenigen, die auf einen Gewerkschaftsausweis verzichten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.02.2019 | 12:00 Uhr

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