Auf dem gefrorenen Kölpinsee sind Spaziergänger und Schlittschuhläufer auf dem Eis unterwegs. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Mecklenburg-Vorpommern: Wind, Kälte, kaum Schneefall

Stand: 08.02.2021 05:19 Uhr

Starker Ostwind und Minus-Temperaturen haben am Wochenende für eisige Verhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern gesorgt. Schneefälle blieben weitgehend aus. Es gab Ausfälle im Bahnverkehr.

Die Thermometer zeigten minus vier bis minus acht Grad an, durch den Wind habe sich das aber etwa zehn Grad kälter angefühlt, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee. Spitzenböen erreichten an der Ostseeküste rund 80 km/h. Von größeren Schneefällen wie vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen blieb der Nordosten aber verschont. Wie Hörer von NDR 1 Radio MV berichteten, gibt es einzelne, kleinere Schneeverwehungen - vor allem im Osten des Landes in Richtung Rügen. Der Fährverkehr zwischen Rügen und Hiddensee wurde eingestellt.

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Straßen frei - Behinderungen im Bahnverkehr

Auf den Straßen kam es laut Polizei zu keinen witterungsbedingten Unfällen. In Rostock-Gehlsdorf riss der Wind einen Bauzaun um, der drei Autos beschädigte. In Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) platzte eine Drainageleitung aufgrund der Kälte. Wasser lief über den Gehweg bis zur Straße, gefror dort und sorgte auf etwa zehn Metern Länge für eine Rutschbahn. Auf der Strecke zwischen Hamburg über Rostock bis nach Binz auf Rügen wurde der Zugverkehr auch am Sonntag eingeschränkt. Ausfälle gab es auch im Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin.

Viele Winter-Ausflügler an der Küste und auf Seen unterwegs

Zahlreiche Menschen nutzten das Wochenende für Winter-Ausflüge. Viele spazierten am Strand der aufgewühlten Ostsee, manche wagten sich trotz Warnungen von Polizei und Behörden auf das Eis von Seen - wie etwa in Waren. Bei minus sechs Grad liefen Schlittschuhläufer am Sonntag kilometerweit über den Kölpinsee, der in vielen Uferbereichen hundert Meter weit sehr flach ist. Eiseinbrüche wurden bis zum Sonntagmittag nicht gemeldet, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Weil der starke Ostwind das Eis in der Mitte der Binnenmüritz aufbrach, war nur etwa 200 Meter weiter offenes Wasser. Auf der großen Außenmüritz hatte der Sturm schon am Sonnabend das gesamte Eis vom Osten an das Westufer bei Klink geschoben.

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Im Norden Vorpommerns Schneehöhen um 30 Zentimeter möglich

Am Montag rechnet Kreibohm mit Schneefall im Norden von Rügen und Hiddensee sowie im südlichen Binnenland. Am Dienstag könnten sich die Schneefälle dann intensivieren, so dass laut Kreibohm bis Donnerstag auf Rügen und Hiddensee Schneehöhen von 30 bis 40 Zentimeter möglich sind. "Das ist viel. Vor allem weil der Wind auch stürmisch weht", so Kreibohm, der einschränkte, dass es bei diesen Prognosen aber noch Unsicherheiten gebe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.02.2021 | 16:00 Uhr

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