Senior schaut aus dem Fenster während eines Telefonats © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Mecklenburg: Falsche Polizisten ergaunern 90.000 Euro

Stand: 30.09.2020 15:12 Uhr

Erneut haben Trickbetrüger, die sich als falsche Polizisten ausgaben, rund 90.000 Euro von Senioren in Mecklenburg ergaunert. Die Polizei warnt: Die Kriminellen gehen immer dreister vor.

Betrüger haben sich in Mecklenburg als falsche Polizisten ausgegeben und so knapp 90.000 Euro bei Senioren ergaunert. Opfer der Betrugsfälle waren nach Polizeiangaben eine 81-jährige Frau aus Sternberg (Kreis Ludwigslust-Parchim) und ein 79-Jähriger aus Güstrow (Kreis Rostock). Die Seniorin wurde dabei gleich zweimal innerhalb weniger Tage um größere Geldsummen betrogen.

Opfer sollte Scheckkarten in Alufolie einwickeln

So habe ein falscher Polizist am Telefon angegeben, dass die Ermittler Kriminellen auf der Spur seien und die Frau ihre Scheckkarten sicherheitshalber in Alufolie einwickeln und draußen verstecken solle, wo sie ein Fachmann der Polizei abholen würde. Einem weiteren Anrufer habe die Frau zudem ihre Geheimnummern verraten, so dass eine größere Geldsumme abgebucht worden sei. Später sei die Frau von einem falschen Bankmitarbeiter überredet worden, Geld abzuholen und einem angeblichen Spurensicherer der Polizei zu übergeben.

Polizei: Täter schrecken vor nichts zurück

Die Polizei warnt angesichts immer neuer und dreisterer Fälle vor solchen Trickbetrügern und mahnt, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. So gab sich am Mittwoch eine unbekannte Anruferin einer Frau gegenüber als Polizeibeamtin aus und behauptete, dass ihre Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine Person getötet wurde. Aus diesem Grund solle die Angerufene eine Kaution für ihre Tochter bezahlen, da diese sich angeblich als Unfallverursacherin derzeit in Untersuchungshaft befindet.

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Um die Masche glaubwürdig und emotional wirken zu lassen, ließ die falsche Polizistin kurz eine Frauenstimme am Telefon mit dem Zitat "Mama, Mama, es ist was schlimmes passiert" zu Wort kommen, bei der es sich angeblich um die inhaftierte Tochter der Angerufenen handeln sollte. Das aus der Region Wittenburg stammende Opfer beendete das Telefonat und rief umgehend bei ihrer Tochter an, wodurch der Schwindel aufflog. Allein bis Mittwochnachmittag registrierte die Polizeiinspektion Ludwigslust fünf solcher Anrufe von Telefonbetrügern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.09.2020 | 15:00 Uhr

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