Bettina Martin © dpa-Bildfunk Foto: Frank Hormann

Martin: An Regeln halten, Schulschließungen vermeiden

Stand: 26.09.2020 15:22 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat an die Verantwortung aller Menschen appelliert, um während der Corona-Pandemie flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden.

Bettina Martin © dpa-Bildfunk Foto: Frank Hormann
"Das Virus wartet nicht in der Schule, sondern wird von außen hineingetragen", sagte MV-Bildungsministerin Martin auf dem Norddeutschen Lehrertag in Rostock.

"Dafür müssen wir in den Schulen die Schutzmaßnahmen einhalten, aber dafür muss sich vor allem die Gesellschaft insgesamt an die Regeln halten", sagte Martin am Sonnabend vor rund 250 Pädagogen auf dem Norddeutschen Lehrertag in Rostock. Sie hoffe deshalb auf die Vernunft aller, damit auch in den Winterwochen so viel Schule für die Kinder gemacht werden könne wie nur irgend möglich.

Großes Thema Digitalisierung

Der Kongress in der Stadthalle steht unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Daher spielt die Digitalisierung an den Schulen eine wichtige Rolle. Auf einer Podiumsdiskussion sagte Martin, es sei gut, dass Bund und Länder mit dem Digitalpakt Schule 5,5 Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur der Schulen investieren. Und es sei auch der richtige Schritt, dass weitere 1,5 Milliarden Euro fließen, damit die Schulträger Geräte für Schüler anschaffen könnten, die zu Hause keinen Zugang zu einem Computer oder Laptop haben.

VIDEO: Digitalisierung an Schulen: Setzen, sechs! (2 Min)

Schnellerer Ausbau von Datenleitungen gefordert

Veranstalter des Norddeutschen Lehrertages ist der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Dessen Landesvorsitzender für Mecklenburg-Vorpommern, Michael Blanck, forderte einen deutlich schnelleren Ausbau von Datenleitungen. Es nütze nicht viel, alle Lehrer mit einem Laptop auszustatten, wenn ein Teil der Schulen und auch viele Haushalte immer noch kein schnelles Internet hätten. Der Ausbau müsse deutlich an Tempo zulegen, forderte er. "Die Politik hat uns in dieser Richtung schon viel versprochen", sagte Blanck.

Verband: Viel mehr qualifiziertes Personal nötig

Blanck erinnerte an eine Ankündigung der damaligen Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) aus dem Jahr 2000, dass bis 2006 jeder Schüler in Deutschland einen Laptop haben sollte. Es werde Zeit, dass die Politik endlich handle und die Bildungspolitik das Image eines ungeliebten Stiefkindes endlich verliere, sagte Blanck. Um Schulen zukunftssicher zu machen, bedürfe es neben einer schnellen digitalen Ausstattung, aber auch kleineren Lerngruppen in den vorhandenen Räumen und baulicher Veränderungen. Zudem sei viel mehr qualifiziertes Personal erforderlich. Die Probleme seien groß, sie hätten sich in diesem Jahr durch die Pandemie nur verschärft, so Blanck.

Auch Gewalt gegen Lehrkräfte auf der Tagesordnung

Der Norddeutsche Lehrertag bietet den Teilnehmern Veranstaltungen zu verschiedenen Themen. Neben der Digitalisierung geht es dabei auch um Unterrichtsmethoden oder Gewalt gegen Lehrkräfte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.09.2020 | 12:00 Uhr

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