Stand: 20.08.2019 17:27 Uhr

Maria aus Zinnowitz: Geständnis im Mordprozess

Bild vergrößern
Die getötete Maria wurde im März mit Stichverletzungen in ihrer Wohnung in Zinnowitz gefunden.

Mit einem Geständnis hat der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria von der Insel Usedom vor dem Landgericht Stralsund begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei 19 und 21 Jahre alten Männern vor, die schwangere 18-Jährige heimtückisch und aus Mordlust im März in ihrer Wohnung in Zinnowitz getötet zu haben.

Anwesende im Mordprozess stehen, weil die Richter den Raum betreten haben.

Mordprozess Zinnowitz: 19-Jähriger gesteht

Nordmagazin -

Mit einem Geständnis hat der Prozess um den Mord an der schwangeren 18-jährigen Maria aus Zinnowitz begonnen. Laut Anklage wurde sie von zwei jungen Männern aus Mordlust getötet.

3,55 bei 20 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Maria ausgesucht, weil sie allein lebte

Der 19-Jährige schilderte, wie sie am Nachmittag des Tattags den Mordplan schmiedeten. "Wir haben darüber gesprochen, wie es wäre, jemanden umzubringen", berichtete der junge Mann ohne Emotionen zu zeigen. Dann sei der Satz gefallen: "Lass es uns heute machen." Er habe Namen aus dem Bekanntenkreis vorgeschlagen. Maria wählten sie aus, weil sie alleine lebte.

Ersatzkleidung mit zum Tatort genommen

Der mutmaßliche Mörder bestätigte in weiten Teilen die Vorwürfe der Anklage. Demnach besorgte er sich neben einem Messer auch Ersatzkleidung, um sie nach der Tat gegen die mit Blut beschmierte auszutauschen. Er erwähnte auch, dass Maria die beste Freundin seiner Lebensgefährtin war, mit der er ein gemeinsames Kind hat. In die Wohnung Marias gelangten die beiden Täter unter einem Vorwand.

Der 19-Jährige gestand, dem Opfer zahlreiche Messerstiche zugefügt zu haben, während sein Komplize ihre Beine festgehalten habe. Dem widersprach der 21-jährige Angeklagte durch eine Erklärung seines Verteidigers. Die beiden Deutschen aus Zinnowitz und einem Nachbarort ließen Maria liegen, nachdem sie die Wohnung aufgeräumt hatten. Das Messer und Marias Handy warfen sie in die Ostsee, so der 19-Jährige.

"Ich hatte dabei keine Gefühle."

Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin, wie es ihm bei der Tat gegangen sei, sagte der Mann: "Ich habe dabei keine Gefühle gehabt." Die Befragung des 19-Jährigen wurde kurzzeitig unterbrochen, weil sich der Mitangeklagte übergeben musste. Die beiden Angeklagten wurden einen Monat nach der Tat festgenommen. Dem 21-jährigen Angeklagten droht wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe. Dem Jüngeren könnte wegen einer psychiatrischen Erkrankung eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert werden. Dazu wird am Ende des Prozesses ein Gutachter gehört. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Weitere Informationen

Tote Maria aus Zinnowitz: 19-Jähriger gesteht Tat

20.06.2019 06:00 Uhr

Im Fall der getöteten Maria aus Zinnowitz hat einer der beiden Tatverdächtigen nach Aussage seines Pflichtverteidigers gestanden. Das berichtet die "Ostsee-Zeitung". mehr

Zinnowitz gedenkt getöteter Maria

03.04.2019 17:40 Uhr

Mit einem Gottesdienst in Zinnowitz auf Usedom ist der vor etwa zwei Wochen getöteten Maria gedacht worden. Der Polizei sucht seit Anfang der Woche mit Fotos der jungen Frau nach Hinweisen. mehr

01:24
Nordmagazin

Zinnowitz: Junge Frau tot aufgefunden

20.03.2019 19:30 Uhr
Nordmagazin

In Zinnowitz ist eine junge Frau leblos in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Es wird in ihrem persönlichen Umfeld ermittelt. Video (01:24 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.08.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:23
Nordmagazin
01:34
Nordmagazin
00:52
Nordmagazin