Stand: 26.09.2020 13:27 Uhr

Mann stirbt nach Brand: Rechtsstreit um Frauentod endet

Löscharbeiten in Neustrelitz © NDR Foto: Heike Becker
Bei dem Brand in einem Wohnhaus in Neustrelitz ist ein Mann an den schweren Verletzungen gestorben.

Nach einer Verpuffung und einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt von Neustrelitz ist ein schwer verletzter Mieter gestorben. Nach Angaben der Polizei erlag der 55-Jährige seinen Verletzungen in einer Spezialklinik in Berlin. Am Freitagnachmittag war es in der Wohnung des Mannes zu einer Verpuffung gekommen.

Mieter von Polizisten aus Wohnung gezogen

Dadurch geriet die Wohnung in Brand. Alle weiteren Bewohner blieben unverletzt. Sie bekamen vom Vermieter Ersatzwohnungen gestellt. Beim Ausbruch des Feuers soll der 55-Jährige laut Polizei allein in der Wohnung gewesen sein. Er sei liegend gefunden und von Polizisten aus dem Haus gezogen worden, hieß es.

Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Ein Brandursachenermittler soll die verwüstete Brandwohnung am Montag untersuchen. Der Schaden wird auf mehr als 100.000 Euro geschätzt. Zwischenzeitlich war die Rauchentwicklung in der Innenstadt von Neustrelitz so stark, dass die Anwohner aufgefordert wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Spur des Mannes führt nach Alt Rehse

Bei dem Verstorbenen handelt es sich nach Angaben der Polizei um den Mann, der nach dem Tod einer Frau in Alt Rehse bei Neubrandenburg verurteilt worden war. Mit seinem Tod endet ein jahrelanger Rechtsstreit um den Tod der Frau, die 2016 im Haus des damals in Alt Rehse wohnenden Mannes tot gefunden worden war.

Ans Bett gefesselt und ausgepeitscht

Polizisten hatten 2016 die Lebensgefährtin des Mannes tot in dem Haus gefunden. Die 32-Jährige war aus Rheinland-Pfalz zu ihm gezogen. Der Mann habe sich seinerzeit in einer Lebenskrise befunden, hieß es in einer Urteilsbegründung. Die Ehefrau, mit der er ein Gasthaus betrieb, war gegangen. Es gab berufliche Probleme und Streit mit der Dorfgemeinschaft. Die 32-Jährige sei von ihm an ein Bett gefesselt und bei einem "Verhör" ausgepeitscht worden, weil sie Gegenstände versteckt habe und "vom BND und von der Dorfbevölkerung auf ihn angesetzt war". In der Folge starb die Frau - nach Einschätzung eines Rechtsmediziners, weil sie nicht zu Essen und Trinken bekam. Die Leiche hatten Polizisten Wochen später zufällig entdeckt, weil sie wegen einer Ruhestörung alarmiert worden waren.

Erst zu Haft-, dann zu Geldstrafe verurteilt

Zunächst wurde der Mann zu fünf Jahren Haft wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Dagegen legte er Revision ein. Im folgenden Prozess wollte die Staatsanwaltschaft erneut eine längere Haftstrafe, das Landgericht verhängte gegen den Mann aber wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung nur noch eine Geldstrafe von 1.350 Euro (90 Tagessätzen zu je 15 Euro). Zu einer Überprüfung des Urteils wird es nun trotz der eingelegten Rechtsmittel nicht mehr kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.09.2020 | 12:30 Uhr

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