Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand im Gegenlicht. © picture-alliance Foto: Arne Dedert

Mann nach Lärmbeschwerde getötet: Urteil erwartet

Stand: 26.10.2020 08:58 Uhr

In Neubrandenburg geht heute der Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes gegen zwei Männer aus Malchin zu Ende. Nach schweren Misshandlungen sollen Vater und Sohn ihren Nachbarn ertränkt haben.

Am Landgericht Neubrandenburg soll heute das Urteil wegen gemeinschaftlichen Mordes gegen einen Vater und seinen Sohn aus Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) gesprochen werden. Die damals 39 und 17 Jahre alten Männer sollen im Juni 2019 ihren 61-jährigen Nachbarn getötet haben. Der Prozess fand bisher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, die Urteile sollen öffentlich verkündet werden.

Vorwurf: Mittels Wasserflasche ertränkt

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, ihren Bekannten im Streit schwer mit Schlägen und Messerstichen misshandelt und anschließend mit einer Wasserflasche ertränkt zu haben. Dabei soll der Sohn auf Anordnung des Vaters dem Opfer die gefüllte Flasche in den Mund gepresst und dessen Nase zugehalten haben. Das Opfer soll sich zuvor bei dem Vater über Lärm bei dessen privater Feier im Hinterhof eines Wohnhauses beschwert haben. Die Leiche des Opfers wurde erst später gefunden, nachdem die Polizei ursprünglich wegen mehrerer beschädigter Autos gerufen worden war.

Angeklagten droht lange Haftstrafe

Während dieses Einsatzes wurden die Polizisten von dem Vater unter anderem mit einem Fleischerbeil bedroht. Erst nach mehreren Warnschüssen ließen sich der Malchiner und sein Sohn festnehmen. Sie sollen nach Angaben ihrer Anwälte unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. Beiden droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lange Haftstrafe.

Weitere Informationen
Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Neubrandenburg: Mordprozess gegen Vater und Sohn

In Neubrandenburg stehen ein 39-jähriger Malchiner und dessen Sohn wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht. Sie sollen einen Bekannten mit einer Wasserflasche ertränkt haben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.10.2020 | 09:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Regionalbahn fährt in Hamburg in den Hauptbahnhof ein. Zwei Reisende stehen am Bahnsteig. © dpa picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

Azubi-Ticket in MV startet im Februar 2021

Im Februar 2021 startet in MV das sogenannte Azubi-Ticket. Für Berufs- und Fachschüler kostet es einen Euro pro Tag. mehr

Eine Frau bekommt im Kosmetikstudio eine Gesichtsmaske.  Foto: Robert Przybysz

Corona: Kosmetiksalons bleiben vorerst geschlossen

Kosmetiksalons, Massagepraxen und Sonnenstudios bleiben in Mecklenburg-Vorpommern wegen der unverändert hohen Infektionsrate weiterhin geschlossen. mehr

Grafik mit der aktuellen "Corona-Ampel" für Mecklenburg-Vorpommern. © NDR

Corona: 160 neue Infektionen in MV, zwei weitere Todesfälle

Vier Landkreise und die Landeshauptstadt gelten als Risikogebiet. Der Landesinzidenzwert steigt weiter auf jetzt 48,9. mehr

Rohre für die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 werden auf dem Gelände des Hafens Mukran bei Sassnitz gelagert. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Ostsee-Pipeline: Wird jetzt weitergebaut?

Trotz weiterer US-Sanktionsdrohungen könnten dieses Wochenende die Arbeiten an "Nord Stream 2" wiederaufgenommen werden. mehr